Inge Deutschkron hält bewegende Rede

An diesem Mittwoch hat die deutsch-israelische Schriftstellerin Inge Deutschkron die Rede zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus gehalten. Gedenktag ist der 27. Januar, der Tag, an dem sowjetische Soldaten im Jahr 1945 das Vernichtungslager Auschwitz befreit hatten. Seit 1996 wird in Deutschland jährlich an diesen Tag erinnert.

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) eröffnete die Veranstaltung. Er mahnte, dass „unsere Demokratie täglich gestaltet und verteidigt werden müsse.“ Er betonte: "Wir gedenken heute aller Opfer der verbrecherischen Ideologie des Nationalsozialismus."

Inge Deutschkron erzählte ihre bewegende Lebensgeschichte unter der Überschrift "Das zerrissene Leben". Sie schilderte, wie sie als Zehnjährige die Machtübernahme der Nazis erlebte. Sie habe damals gar nicht gewusst, was eine Jüdin ist. Der Stern habe dazu geführt, dass sie kaum noch angesehen wurde. Er sei eine "diskriminierende Isolation" gewesen.

Die SPD-Abgeordnete Elke Ferner sprach im Anschluss von einer "beeindruckenden Rede", Sabine Bätzing-Lichtenthäler zeigte sich "bewegt". Auch Daniela Kolbe lobte den Deutschkron-Auftritt als "ergreifende Gedenkstunde". Sönke Rix twitterte: "Nie wieder Faschismus!"

Die SPD-Bundestagsfraktion strebt ein Verbot der NPD an. Die Partei ist in Teilen gewaltbereit, rassistisch und antisemitisch. "Es ist unerträglich, dass die Partei mit Steuergeldern organisierten Rassismus betreibt", sagte Thomas Oppermann, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD. Es geht darum, einer menschenfeindlichen Partei den Mantel der politischen und demokratischen Legalität zu nehmen.

Ein Verbotsantrag im Bundesrat hat eine parteiübergreifende Mehrheit gefunden.

Die SPD im Bundestag beantragt in dieser Woche, dass der Innenausschuss und der Rechtsausschuss die Erkenntnisse der Verfassungsschutzbehörden von Bund und Ländern zur NPD prüfen und eine Empfehlung an den Bundestag aussprechen. Die SPD hofft, dass sich die übrigen Fraktionen diesem Vorgehen anschließen.

 

Alexander Linden