Matthias Bartke im Interview mit spdfraktion.de

Der promovierte Jurist Matthias Bartke vertritt den Wahlkreis Altona in Hamburg. Dort will er regelmäßig Vor-Ort-Veranstaltungen durchführen. Im Bundestag möchte er sich vor allem für Arbeits- und Sozialpolitik engagieren. Ein besonderes Anliegen sind ihm die hohen Mieten in Städten. Er fordert eine Bremse für die Mietpreise.

Was ging dir durch den Kopf als klar war, dass du in den Bundestag einziehen wirst?

Nach meinem ziemlich knappen Sieg im Kampf um das Direktmandat im Wahlkreis Hamburg-Altona dachte ich: "Großartig! Der intensive Wahlkampf und die 5000 Türen, an denen ich geklingelt habe, haben sich gelohnt. Die Wählerinnen und Wähler in Altona sind nicht auf den einlullenden 'Mutti-Wahlkampf' hereingefallen, sondern haben ein klares Votum für die SPD, für mich und für die soziale Gerechtigkeit abgegeben." Der zweite Gedanke war dann allerdings der Ärger über unser insgesamt enttäuschendes Wahlergebnis.

Wie war dein Eindruck nach den ersten Zusammentreffen mit den anderen SPD-Bundestagsabgeordneten? Was nimmst du von den ersten Fraktionssitzungen mit?

Obwohl das Wahlergebnis insgesamt nicht gut war, ging doch von der ersten Fraktionssitzung eine große Aufbruchstimmung aus. Man merkte, dass die Fraktion insgesamt von einem großen Gestaltungswillen beseelt ist: Das Land muss gerechter und besser regiert werden - das war der gemeinsame Gedanke. Ich fuhr zurück nach Hamburg mit einer großen Vorfreude auf die kommenden vier Jahre.

Was musstest du als neues Mitglied des Bundestages alles nach dem 22. September organisieren?

Viel: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen, Räumlichkeiten organisieren, Wohnung in Berlin suchen, Übergang von der Arbeit in das Mandat organisieren und und und ...

Welcher Politikbereich interessiert dich? In welchem Bundestagsausschuss und in welcher Fraktionsarbeitsgruppe würdest du gern mitarbeiten?

Ich mache seit vielen Jahren Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik in Hamburg und war zuletzt der Büroleiter des Hamburger Sozialsenators. Ich möchte daher auf jeden Fall Mitglied im Ausschuss Arbeit und Soziales werden.

Was ist dein selbstgestecktes Ziel in deiner ersten Wahlperiode? Was willst du für deinen Wahlkreis/dein Bundesland bewegen, und was willst du inhaltlich für das gesamte Land erreichen?

Ich möchte ein präsenter Wahlkreis-Abgeordneter sein. Ähnlich wie mein Vorgänger Olaf Scholz werde ich daher in jedem Jahr in jedem Stadtteil eine "Vor-Ort-Veranstaltung" in jedem der neun Altonaer Stadtteile durchführen. In meinem Wahlkreis Altona explodieren die Mieten insbesondere bei Neuvermietungen; für meinen Wahlkreis möchte ich mich daher für eine Mietpreisbremse auch bei Neuvermietungen einsetzen. In der Arbeits- und Sozialpolitik möchte ich mich verschärft gegen den Missbrauch von Zeitarbeit und Werkverträgen einsetzen. Und ich möchte mich für eine deutliche Reduzierung und größere Transparenz bei Rüstungsexporten einsetzen.