Völkerrechtliches Übereinkommen

Für einen besseren Zugang zu Literatur für Seh- und Lesebehinderte

Am Donnerstag hat das Parlament den Gesetzentwurf der Koalition zur „Umsetzung der Marrakesch-Richtlinie über einen verbesserten Zugang zu urheberechtlich geschützten Werken zugunsten von Menschen mit einer Seh- oder Lesebehinderung“ beschlossen (Drs. 19/3071).

Jemand liest eine Zeitung

Der Vertrag von Marrakesch wurde 2013 als völkerrechtliches Übereinkommen im Rahmen der Weltorganisation für intellektuelles Eigentum verabschiedet. Er soll Menschen mit Seh- und Lesebehinderung den barrierefreien Zugang zu Literatur und anderen Sprachwerken sichern. Die Europäische Union trat dem Vertrag 2014 bei. Um Gültigkeit zu erlangen, müssen die Vertragsinhalte in nationales Recht umgesetzt werden.

Die Gesetzesvorlage sieht nun vor, dass barrierefreie Kopien von Werken für den eigenen Gebrauch ohne Erlaubnis des Urhebers hergestellt werden dürfen. Blindenbibliotheken und anderen befugten Stellen soll ebenfalls erlaubt sein, barrierefreie Kopien herzustellen, um sie dann zu Verfügung zu stellen oder mit anderen befugten Stellen auszutauschen.

    • Pressemitteilung
      Nr.
      366

      Mit der Umsetzung der Marrakesch-Richtlinie ist uns ein großer Wurf für die kulturelle Teilhabe von Menschen mit einer Seh- oder Lesebehinderung gelungen. Sie wird dazu beitragen, dass künftig mehr als die derzeit nur fünf Prozent der Bücher in barrierefreien Formaten verfügbar sein werden, erklären Dirk Heidenblut und Angelika Glöckner.