Die BAföG-Reform kommt. Nachdem Bundesfinanzminister Lars Klingbeil im Haushaltsentwurf die finanziellen Mittel dafür bereitgestellt hat, haben die Koalitionsfraktionen nun einen Kompromiss über die inhaltliche Ausgestaltung erzielt. Damit ist klar: Das BAföG wird verbessert, verlässlicher gemacht und an zentrale Lebensrealitäten von Studierenden angepasst.

„Nach intensiven Verhandlungen ist es der Koalition gemeinsam gelungen, alle bereits vereinbarten Leistungsverbesserungen in voller Höhe zu sichern“, sagt Wiebke Esdar, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion. Das sei ein wichtiges Signal für junge Menschen und für den Bildungsstandort Deutschland. „Wir investieren auch in herausfordernden Zeiten gezielt in Talente, Qualifikation und die Fachkräfte von morgen. Denn: In einem Land, das über Fachkräftemangel klagt, wäre Sparen am BAföG ein politischer Kurzschluss.“

Konkret steigt die Wohnkostenpauschale zum Sommersemester 2027 von bisher 380 Euro auf 440 Euro. Damit wird berücksichtigt, dass Wohnen für Studierende in vielen Hochschulstädten zu einer immer größeren Belastung geworden ist. Auch die Bedarfssätze werden schrittweise erhöht: zum Wintersemester 2027/28 auf 503 Euro und zum Sommersemester 2029 auf 563 Euro.

Zudem werden die Freibeträge ab dem Wintersemester 2028/29 jährlich um 1,5 Prozent dynamisiert. Das sorgt dafür, dass steigende Einkommen der Eltern nicht automatisch dazu führen, dass Studierende aus der Förderung herausfallen. Ab 2030 soll es außerdem eine verlässliche und transparente Regelung geben, mit der die Fördersätze regelmäßig überprüft und am Grundsicherungsniveau ausgerichtet werden.

Oliver Kaczmarek, forschungspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, betont: „Für Studierende bedeutet die Reform: mehr Geld, mehr Verlässlichkeit, weniger Bürokratie.“ Damit werde das Vertrauen in das BAföG als verlässliche Studienfinanzierung gestärkt. „Nun müssen wir im Spätsommer zügig in das parlamentarische Verfahren einsteigen.“

Ein weiterer wichtiger Schritt ist der Abbau bürokratischer Hürden. Der Leistungsnachweis ab dem fünften Fachsemester soll entfallen. Damit wird Studierenden mehr Sicherheit gegeben und unnötiger Druck reduziert. Außerdem soll die Antragstellung künftig grundsätzlich über BAföG Digital erfolgen. Das macht das Verfahren einfacher, schneller und zeitgemäßer.

Lina Seitzl, zuständige Berichterstatterin der SPD-Bundestagsfraktion, erklärt: „Das BAföG wird verlässlicher, höher und einfacher.“ Mit besseren Bedarfssätzen, der Wohnkostenpauschale von 440 Euro, dynamisierten Freibeträgen und schnelleren digitalen Antragsverfahren erreiche man wieder mehr junge Menschen – „unabhängig vom Geldbeutel der Eltern“.

Für die SPD-Bundestagsfraktion ist die Reform ein wichtiger Schritt für mehr Bildungsgerechtigkeit. Denn das BAföG entscheidet für viele junge Menschen darüber, ob ein Studium überhaupt möglich ist. Ein starkes BAföG eröffnet Chancen, stärkt Aufstieg durch Bildung und hilft, die Fachkräftebasis von morgen zu sichern. Lina Seitzl bringt es auf den Punkt: „Ein starkes BAföG ist auch ein wichtiger Beitrag zu mehr Generationengerechtigkeit: Es ist eine Investition in Bildung, in Fachkräfte und in die Zukunftsfähigkeit Deutschlands.“