Koalition fördert berufliche Weiterbildung

Die Digitalisierung und der technologische Wandel werden die Art, wie wir arbeiten, in den nächsten Jahrzehnten stark verändern. Die Bundesregierung will die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unterstützen, sich an diese neuen Gegebenheiten anzupassen – auch, um einen Fachkräftemangel zu vermeiden. Denn Weiterbildung ist der Schlüssel zur Fachkräftesicherung.

SPD-Fraktionsvizin Katja Mast sagt: „Der technologische Wandel ist rasant. Politik muss ihn so gestalten, dass die Beschäftigten von heute auch die Beschäftigten von morgen sind“.

Am Dienstag haben deshalb Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) eine „Nationale Weiterbildungsstrategie“ vorgestellt, die die Weiterbildung fördern und verschiedene Programme von Bund und Ländern bündeln soll.

Die Regierungsparteien hatten sich schon im Koalitionsvertrag darauf geeinigt, mehr für die Weiterbildung von Arbeitnehmern zu tun. Deshalb sorgt die Koalition in einem ersten Schritt dafür, dass Arbeitnehmer ohne Berufsabschluss künftig einen Anspruch auf eine berufliche Nachqualifizierung haben.

Wer arbeitslos ist, soll zudem bereits innerhalb der darauffolgenden drei Monate von der Bundesagentur für Arbeit (BA) ein konkretes Angebot bekommen, das die Beschäftigungsfähigkeit nachhaltig fördert, also etwa auch die Förderung einer Weiterbildung. Auch informell und non-formal erworbene Kompetenzen sollen künftig einheitlich und besser anerkannt und die Rahmenbedingungen für Lehrende in der Weiterbildung verbessert werden.

Aufstiegs-Bafög soll ausgeweitet werden

Besonders wichtig: Das sogenannte Aufstiegs-Bafög soll ausgeweitet werden. Das erhalten Menschen, die eine Weiterbildung zum Meister, Betriebs- oder Fachwirt machen. Die dafür bereitgestellten Mittel sollen auf 350 Millionen Euro erhöht werden. Damit stützt die Koalition den Aufstieg durch Bildung und fördert die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Weiterbildung  – für die SPD-Fraktion ist das ein Kernanliegen und ein besonderer Erfolg.

In der Vergangenheit hat sich das sogenannte Kurzarbeitergeld bewährt, um schnell und flexibel auf ökonomische Schieflagen zu reagieren. Arbeitsminister Heil will jetzt prüfen, ob sich dieses Mittel mit Weiterbildungsmaßnahmen verbinden lässt. Das würde im Krisenfall dazu beitragen, dass Beschäftigte ihr Qualifikationsprofil an die neuen digitalen, ökologischen und globalen Gegebenheiten anpassen können.

Arbeitsministerium und BA werden darüber hinaus prüfen, wie die erfolgreiche Teilnahme an geförderten Weiterbildungsmaßnahmen weiter unterstützt werden kann. Dafür wird die Fortführung der Weiterbildungsprämien bei erfolgreichen Zwischen- und Abschlussprüfungen im Rahmen einer Umschulung geprüft. Ein Modellprojekt zur Alternative eines monatlichen „Qualifizierungsbonus“ wird noch in diesem Jahr starten.

Besseres Informationsangebot

Ein neues Internetportal soll für einen besseren Überblick über Weiterbildungsförderung und -angebote sorgen. Gleichzeitig prüft das Bildungsministerium den Aufbau einer bundesweiten Telefon-Hotline, an die sich Bürgerinnen und Bürger bei Fragen der Weiterbildung wenden können. So ebnet die Koalition den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern den Weg hin zu einer Weiterbildung. Auch die BA, sowie die Industrie- und Handelskammern werden ihr Informationsangebot weiter ausbauen.

Bundesarbeitsminister Heil hat angekündigt, dass die Umsetzung erster Maßnahmen noch in diesem Jahr begonnen werden soll. So fördert die Koalition eine neue Weiterbildungskultur – und stärkt den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Das Wichtigste zusammengefasst:

Angesichts des rasanten technologischen Wandels will die Koalition die berufliche Weiterbildung stärken. Dafür hat sie eine Reihe von Maßnahmen vorgestellt. Unter anderem sollen das Aufstiegs-Bafög ausgeweitet werden und Beschäftigte ohne Berufsabschluss einen Anspruch auf Nachholen des Berufsabschlusses haben.