Transfer von Forschungsergebnissen und Innovationen in die Gesundheitsversorgung beschleunigen

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Sehr verehrte Gäste!

Liebe Kathrin Vogler, das, was hier unter dem Titel „Innovationstransfer in die Gesundheitsversorgung“ vorliegt – das mag ein bisschen kompliziert klingen –, ist eine Wohltat für die Patientin­nen und Patienten in unserem Land . Es gilt in der Tat, die Lücke zwischen der Grundlagenforschung und der An­wendung dessen zu schließen. Nichts anderes ist mit den Begriffen „Transfer“ und „Translation“ gemeint.

(Beifall des Abg . René Röspel [SPD])

Mit dem, was wir heute hier auf den Weg bringen, tun wir viel Gutes für die Patientinnen und Patienten in diesem Land, und das ist wertvoll.

(Beifall bei der SPD und der CDU/CSU)

Die Stärkung der Translation, also der Überführung der Ergebnisse der Grundlagenforschung in den klinischen Alltag, erfordert in der Tat eine Lückenforschung. Wir haben es schon gehört: Es gilt zum Beispiel, Krebspatientinnen und -patienten zu helfen. Vor zehn Tagen habe ich den Großvater meiner Nichte verloren. Er hätte sich gewünscht, dass wir in diesem Bereich sehr viel schneller Fortschritte gemacht hätten. Es gilt aber auch, Diabetespatientinnen und -patienten zu helfen und Menschen, die an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, wie möglicherweise manche von uns; wir haben ja einen Ar­beitsalltag, der solche Krankheitsbilder durchaus befördert. Es gilt also, den Weg vom Labor zum Patienten zu verbessern und die entsprechenden Phasen zu verkürzen.

Es geht nicht darum, die Anwendung dahin gehend zu unterstützen, dass wir insbesondere die Un­ternehmen fördern. Wir brauchen sie aber, um zu einem Anwendungsprodukt, zu einer Therapie zu kommen; das wäre ohne die Unternehmen gar nicht möglich. Das sollten wir also auf jeden Fall richtigstellen .

(Beifall bei der SPD und der CDU/CSU)

Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich bin sehr dankbar, dass es in diesem Land sechs Zentren für Gesundheits­forschung gibt, die Gutes leisten. Das Wertvolle daran ist vor allem, dass sie inter- und transdisziplinär zusammenarbeiten, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen an einem Strang ziehen und dabei helfen, die Phasen von der Grundlagenforschung bis zur Tablette, wenn Sie so wollen, zu verkürzen, also bis zur Anwendung am Patientenbett; Herr Albani hat das bereits angesprochen.

Ich begrüße ausdrücklich, dass wir vonseiten des Gesundheitsministeriums den Innovationsfonds stärken. Von 2016 bis 2019 werden wir die Versorgungsforschung jährlich mit 75 Millionen Euro flankieren.

(Beifall bei der SPD und der CDU/CSU)

Vor allem innovative Vorhaben mit ganz viel Potenzial für eine ganz konkrete Anwendung wollen wir unterstützen. Sie können doch nicht allen Ernstes dagegen sein. Zudem wollen wir das Programm „KMU-innovativ“ für Medizintechnik und Biotechnik stärken und die Mittel dafür erhöhen. Das ist auch gut und richtig so.

Lassen Sie mich noch einen weiteren Punkt hervorheben: Wir wollen auch das Wagniskapital stärken; das brauchen die KMU. Auch das können Sie nicht in Abrede stellen, liebe Frau Kollegin. Wie gesagt, auch an dieser Stelle haben wir noch Lücken. Alle schreien doch danach, dass wir Start-ups unterstützen und ihnen entsprechendes Kapital zur Verfügung stellen. Genau diese Lücke zwischen der experimentellen Forschung und dem, was nachher angewandt werden soll, muss durch Venture Capital alimentiert werden. Das werden wir zur Verfügung stellen. Sie werden uns möglicherweise noch dafür dankbar sein.

(Beifall bei der SPD und der CDU/CSU)

Mit dem Programm INVEST tun wir ebenfalls etwas Gutes für die Patientenversorgung. Wer sich künftig mit 10 000 Euro an einem Start-up in diesem Bereich beteiligt, der kann mit einem Return on Investment rechnen mit mindestens 20 Prozent der investierten Summe. Das sollten wir loben und nicht kritisieren.

Als Letztes – meine Redezeit ist abgelaufen – lassen Sie mich noch einen frommen Wunsch äußern. Ich finde, wir sollten die Ergebnisse dieser Diskussion in das Medi­zinstudium hineintragen und junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Medizin ermutigen, bereits sehr früh zu forschen. Die Translation, liebe Kolleginnen und Kollegen, gehört bereits ins Studium. Dazu sollten wir Mut machen, statt an falscher Stelle Kritik zu üben. Vielen Dank.

(Beifall bei der SPD und der CDU/CSU)