Initiative "Jung gegen Rechts" bei SPD-Fraktion

Schon mit 14 Jahren war Max-Fabian Jürgens klar, dass er gegen Rechtsextremismus kämpfen möchte, sich engagieren will für mehr gesellschaftliche Toleranz. Er begann Demos gegen Rechts zu besuchen und suchte das Gespräch mit Gleichaltrigen, um gemeinsam gegen den Extremismus der Neonazis vorzugehen. Sein Weg ist dabei nicht der Weg der Gewalt, sondern der der Aufklärung, der Projekte. Mit 17 Jahren gründete der Brandenburger schließlich im April dieses Jahres mit seinem Freund Jamal Gharez (16) die Initiative „Jung gegen Rechts“. Dieses Projekt stellte er jetzt in der Arbeitsgruppe Strategien gegen Rechtsextremismus den SPD-Abgeordneten vor.

Die Initiative ist, so erzählt Max-Fabian, „von jungen Leuten für junge Leute, für Gemeinsamkeit im Handeln und Zivilcourage“. Erstmals stellte er „Jung gegen Rechts“ in der Talksendung „Gottschalk Live“ vor; den Moderator kannte Max-Fabian bereits durch seinen vorherigen Auftritt als Wettkandidat bei „Wetten, dass …?“.

Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier persönlich hatte Max-Fabian und Jamal eingeladen in die Arbeitsgruppe; ein persönliches Gespräch war dem vorausgegangen. „Ich bin beeindruckt vom Engagement der jungen Leute. Toll, mit welchem Eifer und welcher Überzeugung die Initiative von Max-Fabian und Jamal sich gegen Rechtsextremismus und für Aussöhnung und Verständigung einsetzt“, sagt Frank-Walter Steinmeier.

Und AG-Sprecher Sönke Rix sicherte den beiden Jungs persönliche und politische Unterstützung zu, denn „solches Engagement muss man fördern“. Sein MdB-Kollege Steffen-Claudio Lemme, Vorsitzender von Mobit, Mobiler Beratung in Thüringen für Demokratie gegen Rechtsextremismus, kannte Max-Fabian schon von seinem „Wetten, dass ...?“-Auftritt und lobte: „Super, wenn man Talente nutzt, um soziales Engagement zu zeigen. Ich bin gespannt auf seine nächste Wette.“

Schon von Neonazis bedroht

Die übrigen Abgeordneten aus der AG zeigten sich ebenfalls tief beeindruckt, insbesondere von den Aktionen der beiden Jugendlichen. So arrangierten sie zum Beispiel mithilfe prominenter Umterstützung, etwa des HSV, eine Polenreise während der EM und besuchten dort Gedenkstätten für die Opfer des Naziterrors. Intention war dabei, ein Signal zu setzen, „dass Fußballbegeisterung einereits und die Auseinandersetzung mit der deutschenVergangenheit, mit Fremdenfeindlichkeit andererseits in Einklang zu bringen sind“, so Max-Fabian. Auch der Zentralrat der Juden unterstützt das ambitionierte Projekt der Schüler.

Die Jungs nahmen im Sinne ihrer Initiative teil an Sportturnieren, Demos und Diskussionsrunden. Auch für die Zukunft, erzählen sie, haben sie sich viel vorgenommen: Workshops an Schulen, eine Kulturausstellung, ein Film über die Polenreise und vieles mehr. Immer mehr Jugendliche schließen sich „Jung gegen Rechts“ an.

„Mein Kumpel Jamal wurde schon von Neonazis bedroht, und ich finde, gerade junge Leute haben doch alle Chancen, sich für Toleranz einzusetzen und dass dann weiterzugeben; dabei will ich mithelfen“, sagt Max-Fabian. Unterstützt werden er und Jamal von Max-Fabians Vater, der ein wenig die Pressearbeit koordiniert. Und die wird immer mehr: RBB und NDR wollen berichten und eine neue, spannende Wette bei Markus Lanz ist für den 8. Dezember geplant.

www.jung-gegen-rechts.de

www.aproto.de

 

Alexander Linden