Koalitionsfraktionen für mehr Forschungsförderung

Infektionskrankheiten sind nach wie vor eine große Bedrohung für die Gesundheit der Menschheit. Ob HIV/Aids, Tuberkulose, Ebola oder Malaria – insbesondere Menschen aus armutsgeprägten Weltregionen erkranken und sterben daran. Nicht zuletzt, weil die Pharmaindustrie seit Jahrzehnten keine neuen und wirksamen Medikamente mehr entwickelt. Das muss sich ändern, fordern die Unions- und die SPD-Bundestagsfraktion.

Infektionskrankheiten sind weltweit stark verbreitet und fordern jährlich Millionen an Todesopfer, vor allem in Ländern der Dritten Welt. Schlechte Lebensbedingungen, mangelnder Zugang zu gesunder und ausreichender Nahrung, sauberem Trinkwasser, medizinischer Versorgung oder Bildung: Diese Umstände fördern die Ausbreitung von Infektionen, die als „armutsassoziierte“ Krankheiten bezeichnet werden. Zu ihnen gehören sowohl Infektionen, die in den Industrieländern heilbar oder zumindest beherrschbar sind wie beispielsweise HIV/AIDS, Tuberkulose oder Durchfallerkrankungen. Hinzu kommen  die sogenannten „vernachlässigten“ Infektionskrankheiten, die vor allem in den armen Ländern tropischer Gebiete ein großes Problem darstellen. Gründe dafür sind schlecht funktionierende Gesundheitssysteme und mangelnde Hygienestandards.

Hinzu kommt: Für manche dieser Infektionskrankheiten wie etwa Ebola gibt es bislang weder Therapie noch Impfung, vor allem weil sich die pharmazeutische Industrie aus vielen Forschungsbereichen zurückgezogen hat. Grund dafür sind die hohen Kosten sowie die geringen finanziellen Gewinne für die Unternehmen. Für andere Krankheiten gibt es zwar Behandlungsmöglichkeiten, aber die vorhandenen Medikamente und Impfstoffe haben oft starke Nebenwirkungen. Oder sie können unter den besonderen Bedingungen in Entwicklungsländern nicht oder nur unzureichend eingesetzt werden.

Vernachlässigte armutsassoziierte Erkrankungen in den Blick nehmen

Die Fraktionen von CDU/CSU und SPD sprechen sich nun in einem gemeinsamen Antrag (Drs. 18/4930) dafür aus, noch mehr öffentliche Forschungsförderung für diese vernachlässigten Tropenkrankheiten und armutsassoziierten Erkrankungen zu leisten.

Wie im Koalitionsvertrag vereinbart, soll die Bundesregierung ihre Förderkonzepte fortsetzen und ihre Anstrengungen im Bereich Forschung und Entwicklung noch stärker ausbauen. Neben der Fortführung der bereits bewährten Förderung von Produktentwicklungspartnerschaften (PDPs) bei vernachlässigten Krankheiten, sollen künftig auch die Anstrengungen hinsichtlich Erkrankungen wie HIV/AIDS und Tuberkulose verstärkt werden. Gefördert werden soll demnach nicht nur die Wirkstoffforschung, sondern auch die Entwicklung von Diagnostika und Impfstoffen, fordern die Unions- und SPD-Abgeordneten.

Durch eine koordinierte Forschungsförderung für diese Erkrankungen wollen die Koalitionsfraktionen einen aktiven Beitrag zur Weltgesundheit leisten.

Die Vereinten Nationen wollten die Armut bis 2015 halbieren, dafür sind im Jahr 2000 acht konkrete Ziele genannt worden, die sogenannten Milleniumsentwicklungsziele. Doch trotz großer Anstrengungen und erkennbarer Fortschritte sind diese Ziele noch nicht alle erreicht. Während der deutschen G7-Präsidentschaft 2015 sind deshalb vernachlässigte, armutsassoziierte Krankheiten ein Schwerpunktthema. Besonders die Forschung zu diesen Krankheiten steht neben der globalen Gesundheits- und Entwicklungspolitik im Mittelpunkt.

 

Jasmin Hihat