Grußwort von Martin Kannegiesser beim Wirtschaftsempfang

Zum zweiten Mal lädt die SPD-Bundestagsfraktion Vertreter der Wirtschaft in den Reichstag. Im Zentrum steht die Mittelstandsoffensive der Fraktion. Gesamtmetallpräsident Kannegiesser mahnt die Politik.

Mehr als 700 Gäste sind am Montagabend zum zweiten Wirtschaftsempfang der SPD-Bundestagsfraktion ins Reichstagsgebäude gekommen. Zuvor hatten viele der Gäste an drei Gesprächpaneln zu den Themen Energiewende, Fachkräftesicherung sowie Mittelstand und Innovationen teilgenommen.

In seiner Begrüßungsrede sagte SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier mit Blick in den überfüllten Fraktionssaal, diese Gäste seien die Rechtfertigung für einen solchen Empfang - er freue sich, dass so viele den Weg hierher gefunden hätten, um zu reden und zuzuhören. Der Mittelstand habe "hohe Weltmarktanteile" und sei unbestritten das "Herz der deutschen Wirtschaft".

Während die Regierung in Chaos versinke, etwa bei der Energiewende, präsentiere die SPD Konzepte, um den Industriestandort Deutschland zukunftsfest zu machen. Steinmeier: "Wir sind entscheidungsfreudig, und das ist es, was die Wirtschaft möchte." Er sei sich einig mit Peer Steinbrück, dass es nicht nur um Schmeicheleien gehen könne und gute Worte, sondern um einen klaren Blick und Taten. Nicht zuletzt der Krisenpolitik der SPD mit dem damaligen Bundesfinanzminister Steinbrück sei es zu verdanken, "dass wir nach der Lehman-Pleite keinen industriellen Arbeitsplätze preisgegeben haben".

Entwicklung der Mitarbeiter am wichtigsten

Der Ehrenpräsident des Arbeitgeberverbandes Metall, Martin Kannegiesser, sagte in seiner Rede, die "Tradition hat auf dem Weg in die Zukunft Recht behalten." Deutschland erziele Überschüsse mit Produkten aus der Hoch- und Höchstleistungsnorm. Entscheidender Faktor für den Mittelstand sei dabei die Innovationskraft. Er mahnte die Politik, das Projekt Europa nicht zu gefährden, "Europa ist unser Binnenmarkt". Denn die Unternehmen operierten heute weltweit, und das müssten sie auch. Exporte gingen schließlich in die ganze Welt.

Dabei stünden die Betriebe vor der Herausforderung der Technologieschübe und dem Zwang zu ständigen Komplettlösungen. Auch die weltweite Präsenz unter Berücksichtigung lokaler Besonderheieten müsse immer angestrebt und bedacht werden. Europa sei dabei der Heimatmarkt und helfe, den Mittelstand zukunftsfähig zu machen. Für die Unternehmen wie die Politik sei es nun vonnöten, sich dem wichtigsten Erfolgsfaktor für den Mittelsatand anzunehmen: dem Kapitalbedarf und vor allem der Entwicklung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Peer Steinbrück wies in seiner Rede darauf hin, dass die Positionen Kanngiessers "nahe bei den SPD-Grundüberzeugungen" sei. Der deutsche Mittelstand sei neben dem dreigliedrigen Kreditwesen und dem dualen Ausbildungssystem ein Alleinstellungsmerkmal im Vergleich zu anderen europäischen Staaten. Steinbrück stellte klar: "Der Markt braucht auch den Staat". Was sozial gerecht sei, sei auch ökonomisch sinnvoll.

Alexander Linden