Klimapolitisch zusammenarbeiten - Anpassungsmaßnahmen unterstützen

Bangladesch ist durch seine geographische Lage eines der bereits heute am meisten vom Klimawandel betroffenen Länder. Zu den Auswirkungen des Klimawandels in Bangladesh zählen heiße Sommer und die zunehmende Unregelmäßigkeit der Regenperioden, die heftiger ausfallen.

Das erschwert die Landwirtschaft und vernichtet ganze Ernten. Hinzu kommt, dass der Salzgehalt der Böden in vielen küstennahen Gebieten dramamtisch ansteigt. Die Gründe dafür sind der Anstieg des Meeresspiegels und die weit verbreitete, meist umweltbelastende Garnelenzucht. Dazu kommen veränderte hydrologische Abflussverhältnisse der großen Flüsse. Verstärkt wird die Entwicklung durch Starksturmereignisse wie Zyklone, die zu heftigen Überschwemmungen mit Salzwasser führen, welches lange Zeit braucht, um wieder abzufließen. Der Weltklimarat der Vereinten Nationen erwartet für Bangladesh 11 Millionen Klimaflüchtlinge innerhalb der kommenden 20 Jahre. Sollte der Meeresspiegel bis Ende des Jahrhunderts um einen Meter oder mehr ansteigen, was nach neuesten Berechnungen zu erwarten ist, müssten mindestens 35 Millionen Menschen umgesiedelt werden, wenn keine Küstenschutz-Maßnahmen ergriffen werden.

Obwohl Bangladesh zu den ärmsten Ländern der Welt zählt, verfolgt das Land eine ambitionierte Klimapolitik und den Ausbau erneuerbarer Energien. Im Parlament von Bangladesh gibt es z. B. einen überfraktionellen Ausschuss, der sich trotz aller extremer politischer Polarisierung des Landes konstruktuiv mit den Herausforderungen des Klimawandels beschäfftigt.

In einem gemeinsamen Antrag fordern SPD und Bündnis 90/Die Grünen die Bundesregierung auf, die Verhandlungsblockade in der internationalen Klimapolitik durch die Gründung einer Vorreiterallianz aufzulösen. Die Bundesregierung muss sich zudem innerhalb der EU für ein Kohlendioxid-Reduktionsziel von 30 Prozent bis 2020 einsetzen. Eine Strategie der klimapolitischen Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern ist zu entwickeln und Anpassungsmaßnahmen in den von Klimawandel betroffenen Ländern sind zu unterstützen. Die Unterstützung von Bangladesch soll als Pilotvorhaben dafür gelten. Dabei geht es um verstärkte Zusammenarbeit bei Klimaschutz, Klimaanpassung und klimabedingter Risikoprävention. Auch Bildungsarbeit zum Klimawandel und die Ausbildung zur Katastrophenvorsorge sind von Bedeutung.Hermes-Bürgschaften für den Bau von Atomkraftwerken in Bangladesh sollen nicht unterstützt werden.