Mit den Leibniz-Gründerpreisträgerinnen von „elena international“

Am 26. September hat die dritte Veranstaltung der fraktionsinternen Reihe "Politik und Wissenschaft im Dialog" der Arbeitsgruppe Bildung und Forschung stattgefunden. Das Format richtet sich arbeitsgruppenübergreifend an alle interessierten Abgeordneten, ihre MitarbeiterInnnen und ReferentInnen in der Fraktion und soll einerseits einen Einblick verschaffen in aktuelle wissenschaftliche Themen, aber auch die Möglichkeit zum Gespräch mit Forscherinnen und Forschern bieten. Insbesondere Forschungsbereiche, die bislang noch wenig Beachtung finden oder kontrovers debattiert werden, sollen vorgestellt werden.

In der Auftaktveranstaltung haben wir uns dem Forschungsbereich der Verbraucherwissenschaften gewidmet,  in der zweiten dem kontrovers diskutierten Thema der Genomeditierung, welches wir mit Prof. Dr. Emmanuelle Charpentier, die als Erfinderin der Genschere CRISPR/Cas9 gilt, diskutieren konnten.

Dieses Mal haben wir Dr. Sabine Auer und Christina Vogel von „elena international“ als Gäste für unsere Veranstaltungsreihe begrüßt. Mit ihrer Ausgründung aus dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung haben die beiden Wissenschaftlerinnen im März 2019 den mit 50.000 Euro dotierten Leibniz-Gründerpreis gewinnen können. Die Idee hinter „elena“ (electrical network analysis) ist, mit Hilfe von innovativen Softwarelösungen kostenoptimale Ausbaupfade für Erneuerbare Energien in Mikro- und Inselstromsystemen aufzuzeigen, die gleichzeitig stabile Netze ermöglichen. Analysiert werden die Fluktuationen in der Einspeisung, ebenso wie die Spannungs- und Frequenzstabilität und deren Berücksichtigung bei der Energiemixoptimierung. Vor allem kleine Netzbetreiber sollen von den Analysen profitieren. Bewusst arbeitet elena international deswegen mit lizenzfreier Open Source-Software, die keine finanzielle Hürde darstellt.

Mit ihrem jungen Start Up möchten Sabine Auer und Christina Vogel ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten und Lösungen anbieten für ein zentrales Problem der Energiewende, nämlich das der Netzstabilität. Die beiden Forscherinnen und Unternehmerinnen betonen, dass trotz aller Schwierigkeiten, mit denen sich junge Start Ups konfrontiert sehen, die Förderlandschaft für GründerInnen bei uns in Deutschland gut funktioniert. Als „einzigartiges Programm“, von dem auch elena international profitiert, wurde hier vor allem das von der rot-grünen Bundesregierung 1998 eingeführte Programm EXIST lobend erwähnt.

Dr. Sabine Auer und Christina Vogel haben uns durch die Vorstellung ihrer Arbeit und in der anschließenden Diskussion eindrucksvoll aufgezeigt, wie ein erfolgreicher Transfer von Forschung in die Anwendung funktionieren kann, wie viel Potenzial in unserer Forschungslandschaft steckt, aber auch, dass der Ausstieg aus fossiler Energie junge Menschen zu sehr kreativen und innovativen Lösungen animiert.