Detlev Pilger, sportpolitischer Sprecher;
Martin Rabanus, kultur- und medienpolitischer Sprecher:

Ab heute rollt der Ball wieder bei der Fußball-Weltmeisterschaft. Damit verbinden die Menschen viel gute Laune, eine tolle Stimmung und noch mehr Emotionen. Dabei steht der Gastgeber Russland seit Langem in der Kritik: eine schwierige politische Lage im Land, Staatsdoping und schlechte Arbeitsbedingungen in den Stadien.

„Weltweit werden in den nächsten vier Wochen über drei Milliarden Menschen eines der größten Sportereignisse der Erde verfolgen. Russland kann und sollte dieses Spektakel nutzen, um nach Europa neue Brücken zu bauen. Dazu gehört es auch sich mit den kritischen Stimmen im eigenen Land auseinander zu setzen und diese nicht mundtot zu machen. Die SPD-Bundestagsfraktion hofft daher auf faire Bedingungen auf dem Spielfeld wie auch in puncto Pressefreiheit. Der aktuelle Fall um den Journalisten und ARD-Dopingexperten Hajo Seppelt gibt jedoch erneut Anlass zur Sorge: Nach einer bereits hinderlichen Beantragung seines Visums darf er zwar nun in Russland einreisen, aufgrund der hohen Gefahr und nach Gesprächen mit Außenminister Heiko Maas hat die ARD jedoch die Entscheidung getroffen, den Investigativjournalisten de facto nicht nach Russland ausreisen zu lassen. Presse- und Medienfreiheit sind grundlegende Werte für das Gelingen einer Demokratie, deshalb setzen wir in der SPD-Bundestagsfraktion uns noch stärker als bislang für Pressefreiheit ein.

Auch die Kritik an den Kosten ließ die russische Regierung nicht zu. Dabei kostet die Austragung rund zehn Milliarden Euro. Damit wird es das teuerste Turnier der WM-Geschichte werden. Hinzu kommt, dass der russische Sport in den letzten Jahren sich nicht durch „Fair Play“ ausgezeichnet hat. Bereits wenige Monate nach den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi wurden erste Details über ein Staatsdoping in Russland bekannt. Viele Athletinnen und Athleten sollen durch ein landesweites, unter staatlichem Einfluss stehendes Netzwerk systematisch gedopt worden sein. Damit hat der Gastgeber nicht nur gesundheitliche Risiken für die Sportler billigend in Kauf genommen, sondern die Zuschauer getäuscht und dem Sport insgesamt einen großen Schaden zugefügt. Die russische Regierung ist aufgefordert den zurückliegenden Betrug lückenlos aufzuklären und in eine dopingfreie Zukunft zu blicken.

Die SPD-Bundestagsfraktion wünscht dem Gastgeber Russland ein friedliches und ereignisreiches Fußballfest sowie der deutschen Fußballnational-Mannschaft der Herren viel Glück im Kampf um die Titelverteidigung.“