Martin Rabanus, kulturpolitischer Sprecher;
Helge Lindh, zuständiger Berichterstatter:

Zum heutigen Tag der Sinti und Roma unterstreicht die SPD-Bundestagsfraktion die besondere Verantwortung Deutschlands im Kampf gegen den Antiziganismus. Das Gedenken an die Opfer der grausamen nationalsozialistischen Verbrechen muss mit dem Einsatz für die Menschenrechte und dem Schutz vor Verfolgung und Diskriminierung der Sinti und Roma einhergehen.

„Bis heute erleben Sinti und Roma in ihrem Alltag Diskriminierung. Deutschland hat aufgrund der systematischen Entrechtung, Erniedrigung und Ermordung von hunderttausenden Sinti und Roma während des Nationalsozialismus eine besondere Verantwortung im Kampf gegen den Antiziganismus.

Das Schicksal der verfolgten und ermordeten Sinti und Roma, die Geschichte ihrer Diskriminierung aber auch ihre Kultur muss verstärkt Eingang in den öffentlichen Diskurs und die Schulbücher finden. Wir wollen insbesondere in Zeiten von zunehmendem Rechtsextremismus und Populismus Hass, Hetze und Vorurteilen in unserer Mitte entschieden entgegentreten.

Vor diesem Hintergrund hat sich die SPD-Bundestagsfraktion für die Einsetzung einer unabhängigen Kommission Antiziganismus eingesetzt. Das Gremium hat am 27. März 2019 seine Arbeit aufgenommen und soll bis zum Ende der Legislaturperiode einen Bericht vorlegen, der Vorschläge für weitere Maßnahmen der Bekämpfung des Antiziganismus auf Bundesebene liefert.

Sinti und Roma bereichern unsere Kultur und sollten selbstverständlich ihre Kultur leben können sowie ohne Angst ihre kulturelle Identität, Religion, Sprache und ihre Traditionen bewahren können.“