Anlässlich der fast täglich auftretenden, gefährlichen Vorfälle im Atomkraftwerk Fukushima erklärt der zuständige Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion Marco Bülow:

Die Vorfälle der vergangenen Tage in Fukushima zeigen eins: Die Gefahr, die für Mensch und Umwelt von radioaktiver Strahlung ausgeht, wird selbst in hochentwickelten Industrieländern mit extrem hohem Bildungsgrad und technischem Know-how nicht ernst genommen. Ansonsten würde man spätestens jetzt nach der Katastrophe von Fukushima keine Mühen und Kosten sparen, jeglichen Austritt von radioaktiver Strahlung zu vermeiden. Stattdessen spart man aber an Material (zum Beispiel bei den Tanks) und an qualifiziertem Personal. Anders sind die Vorfälle nicht zu erklären.

Die Nutzung von Atomenergie ist nicht nur gefährlich, sondern kann auch unvorstellbar teuer werden. Wenn AKW-Betreiber und Atomenergiebefürworter diese hohen Kosten scheuen, dann sollten sie konsequenterweise ihre Finger von der Atomenergie lassen und ihre Kraftwerke so schnell wie möglich abschalten und zurückbauen. Da das aber nicht zu erwarten ist, sollte die Devise sein: Wem jetzt immer noch das Geld wichtiger ist als die Gesundheit der Menschen, dem sollte die Berechtigung, Atomkraftwerke (AKW) zu betreiben, entzogen werden.

Nach dem Bekanntwerden des Austritts von verstrahltem Wasser aus den Notkühlwassertanks vor zwei Monaten sollte man annehmen, dass sowohl der Betreiber des AKW in Fukushima, Tepco, als auch die japanische Regierung jetzt endlich alles dafür tun, dass keinerlei Pannen mehr auftreten. Das Gegenteil ist der Fall: Gefährliche Pannen treten mittlerweile fast täglich auf. Da läuft mal wieder kontaminiertes Kühlwasser aus, weil ein Mitarbeiter das Fassungsvermögen eines Tanks falsch eingeschätzt hat. Da gibt es Probleme mit dem für die Dekontaminierung wichtigen Filtersystem. Da wird aus Versehen die Kühlung ausgeschaltet. Und gestern wurde gemeldet, dass mehrere Mitarbeiter mit verstrahltem Wasser kontaminiert wurden, weil ein Kollege aus Versehen ein Rohr abgetrennt hat.