Willi Brase am 10.11.2016 zur Regionalkennzeichnung von Lebensmitteln.

Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen!

Ich freue mich, dass ich schon zu Beginn der Rede so viel Beifall erhalte. – Da alle gesagt haben, dass es eine tolle Sache ist, was wir mit Regionalität und regionalen Produkten machen, will ich das gar nicht wiederholen. Ich habe nur ein bisschen Sorge, dass wir an der einen oder anderen Stelle zu viel regeln. Vielleicht sollten wir den Menschen und den Erzeugern in den Regionen zutrauen, dass sie das eine oder andere vernünftig und sachlich regeln. Ich halte das schon für sehr geboten.

(Beifall bei der SPD und der CDU/CSU)

Im Antrag der Grünen wird nicht nur, wie eben dargestellt, die Frage der Regionalität angesprochen; es geht auch um regionale Vermarktungsstrategien. Wenn wir einmal das betrachten, was die Bundesregierung schon macht, dann erkennen wir: Wir können einiges umsetzen. Wir können über die GAK Erzeugerstrategien, Regionalität, Regionalfenster und Ähnliches fördern. Wir können das auch über das BULE, das Bundesprogramm „Ländliche Entwicklung“, machen. Ich habe gehört: BULE wird heute Nacht wahrscheinlich noch einen Zuwachs erfahren; das finde ich ganz toll. Sie wissen, dass so etwas in den Haushaltsrunden zum Schluss im Rahmen der Bereinigungssitzung erfolgt. Vom Bundesministerium für Umwelt und Bau, vom Haus Hendricks, gibt es die Initiative Ländliche Infrastruktur. Auch darüber kann man etwas auf den Weg bringen. Wir haben die Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe GRW. Damit können wir Länderprogramme zur Markteinführung von innovativen regionalen Produkten unterstützen und so etwas auf den Weg bringen. Das heißt: Wir haben genügend Instrumente, und es wäre schön, wenn diese Instrumente in den Regionen genutzt würden.

In meiner Heimat gibt es ein schönes Beispiel – das darf ich heute Abend nicht vergessen –: das Regionalregal. Im Rahmen dieser Initiative werden Kaffeeröstungen, Schokolade, Pestos, Gewürze, Marmelade aus regionalen Früchten in speziellen Regalen angeboten.

(Artur Auernhammer [CDU/CSU]: Typisch regional!)

So etwas habe ich selbst in einem Möbelladen gesehen. Ich habe mich gewundert, aber dann überlegt: Es ist doch toll, wenn Menschen von sich aus sagen: Wir erzeugen etwas Schönes in der Region, und das wollen wir auf den Markt bringen.

(Artur Auernhammer [CDU/CSU]: Regionalkaffee!)

Die Konsumenten und die Menschen freuen sich auch. Ich finde, das ist ein guter Weg, liebe Kolleginnen und Kollegen.

(Beifall bei der SPD)

Lassen Sie mich noch einen Punkt nennen. Für uns bedeutet regionale Wertschöpfung natürlich auch Weiterentwicklung unserer Region. Die Regionen sind, gerade was die landwirtschaftlichen Erzeugnisse angeht, vielfach Zulieferer für die Städte, für die Urbanität. Wenn wir da noch ein paar Wege verbessern, wenn wir da noch ein paar mehr Chancen eröffnen, mehr Möglichkeiten geben, machen wir es richtig. Ich freue mich auch auf die Diskussion. Ich werde ein bisschen schauen, dass wir nicht zu viel regeln; denn das haben wir in diesem Land schon reichlich gemacht.

 Vielen Dank.

(Beifall bei der SPD und der CDU/CSU – Katharina Landgraf [CDU/CSU]: Das finde ich auch!)