Die hohe fachliche Qualifizierung der Beschäftigten bildet die Grundlage unseres wirtschaftlichen Erfolgs. Gerade angesichts der demografischen Entwicklung und des zunehmenden internationalen Konkurrenzdruckes ist die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses von besonders großer Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes.
Doch junge Wissenschaftler haben es in Deutschland oft schwer. Auch sie sind betroffen von der andauernden Unterfinanzierung und fehlenden Planungssicherheit an den Hochschulen. Der Trend zu befristeten Beschäftigungen trägt beim wissenschaftlichen Nachwuchs besonders stark zu Unsicherheiten bei den Karriereperspektiven bei. Bei den wissenschaftlich-künstlerischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern befanden sich 2009 rund 83 Prozent in befristeten Beschäftigungsverhältnissen.
Bei den außeruniversitären Forschungseinrichtungen ist die Situation grundsätzlich positiver, was auch auf die finanzielle Verlässlichkeit durch den Pakt für Forschung und Bildung sowie die Exzellenzinitiative zurückzuführen ist.
Bei den Promotionen gibt es durchaus positive Tendenzen, wir müssen aber auch hier weiterhin auf Qualitätssicherung achten und die Vielfalt der Wege zur Promotion in unserem Land erhalten. Bei Promotionen, vor allem aber bei den Habilitationen, ist außerdem auffällig, dass Frauen deutlich unterrepräsentiert sind. Dieses Missverhältnis muss durch eine gezielte Förderung abgebaut werden. Letztlich müssen die Hochschulen und die Forschungseinrichtungen die Verantwortung für ihre Mitarbeiter und eine ordentliche Personalentwicklung übernehmen.
Wissenschaftlichen Nachwuchs nicht alleine lassen Für die SPD-Fraktion steht fest, dass der wissenschaftliche Nachwuchs nicht mit seinen Sorgen alleine gelassen werden darf. Daher fordern die Sozialdemokraten die Bundesregierung in ihrem Antrag auf, gemeinsam mit den Ländern eine Personaloffensive für die Hochschulen zu starten, die zusätzliche Professuren schafft und die Promotions- und Habilitationsmöglichkeiten verbessert.
Außerdem soll der Anteil von Frauen in der Wissenschaft gesteigert werden. Die SPD schlägt dafür die Einführung des so genannten Kaskadenmodells vor, bei dem sich die jeweilige Quote aus dem Anteil von Frauen an der vorhergehenden Qualifikationsstufe ergibt. Zudem fordern die Sozialdemokraten, die Kinderbetreuungsangebote an Hochschulen auszubauen, um Beruf und Familie besser vereinbaren zu können.
Die Hochschulen sollen sich verpflichten, den Anteil unbefristeter Stellen zu erhöhen und auch befristete Verträge mit einer Regellaufzeit von mindestens zwei Jahren zu vergeben. Außerdem sollen bei Befristungen zunächst die Obergrenzen der 12- bzw. 15jährigen Qualifizierungsphase ausgeschöpft werden, bevor als Befristungsgrund die Drittmittelfinanzierung der jeweiligen Stelle gewählt wird.
Um die Personaloffensive zu finanzieren, fordert die SPD-Fraktion, die Bundesförderung die Mittel im Rahmen des Hochschulpaktes II an die zu erwartende erhöhte Studiennachfrage anpassen.
Um die Situation des wissenschaftlichen Nachwuchses an außeruniversitären Forschungseinrichtungen zu verbessern, sollen die gesetzlichen Voraussetzungen für sanktionsfähige Zielvereinbarungen geschaffen werden. Zudem wird die Bundesregierung aufgefordert, einen Gesetzesentwurf zur Aufhebung der Tarifsperre des Wissenschaftszeitvertrages vorlegen. Auch in der Wissenschaft sollten Arbeitnehmer und Arbeitgeber von den gesetzlichen Bestimmungen abweichende Regelungen treffen können.