"Junger Beirat der SPD-Bundestagsfraktion" gegründet

Im Rahmen von "Projekt Zukunft – #NeueGerechtigkeit" suchen die SPD-Bundestagsabgeordneten den Dialog mit allen gesellschaftlichen Gruppen. Um bei der Entwicklung von Zukunftsideen auch die Perspektiven jüngerer Generationen einzubeziehen, wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben. Die Gewinnerinnen und Gewinner wurden Mitglieder in einem "Jungen Beirat". Zur Auftaktkonferenz von Projekt Zukunft am 21. September 2015 haben sie sich in Berlin gegründet und bereits erste Ideen einbringen können. Marco Werner, Praktikant der SPD-Fraktion und im selben Alter, hat die jungen Erwachsenen im Bundestag begleitet.

Der "Junge Beirat der SPD-Bundestagsfraktion" setzt sich aus 15 Gewinnern und Gewinnerinnen eines Essay- und Pecha-Kucha-Wettbewerbs zusammen, die das "Projekt Zukunft – #NeueGerechtigkeit" der SPD-Fraktion über die komplette Laufzeit begleiten werden. Während dieser Zeit können sie vielseitig Einfluss auf die Projektarbeit nehmen. Zu Beginn werden sie beispielsweise Fragen formulieren, die aus ihrer Sicht von Bedeutung sind und diese den Projektleitern vorlegen. Außerdem werden sie sich jeweils ein bis zwei Projektgruppen anschließen und deren Arbeit unterstützen. Auf der Zukunftskonferenz am 21. September trafen die 15 Jugendlichen zum ersten Mal aufeinander.

"Nichts geht ohne euch!"

Nachdem sich der Junge Beirat offiziell konstituiert hat und die Teilnehmer und Teilnehmerinnen sich kennenlernen konnten, wurden sie durch Sabine Poschmann, Bundestagsabgeordnete und Leiterin der Projektgruppe „#NeueErfolge – Vorsprung durch Innovation“, begrüßt. Sie betonte, wie wichtig es sei, dass junge Menschen am Projekt Zukunft teilnehmen und bekräftigte deren Rolle innerhalb der Arbeitsgruppen: „Nichts geht ohne euch!“. Die jungen Erwachsenen sollen in jeden Teilschritt des Projekts eingebunden werden, über Zwischenergebnisse informiert und zur kritischen Auseinandersetzung angeregt werden, versprach Sabine Poschmann. Die "junge" Perspektive sei essentiell bei der Erarbeitung von kreativen Zukunftsideen.      

Expertinnen und Experten in eigener Sache

Unter den 15 Jugendlichen sind Vertreter und Vertreterinnen aus ganz Deutschland mit den unterschiedlichsten Interessen und Ambitionen.

Lisa beispielsweise studiert Englisch, Politik und Ethik auf Lehramt. Die 25-Jährige will später selbst als Lehrerin arbeiten und setzt sich deswegen für eine gerechtere Bildungspolitik ein. Sie findet, dass gesellschaftliche Missstände sich immer auch in der Schule wiederspiegeln. Darum hat sie sich für die Arbeitsgruppe #NeueChancen entschieden und möchte ihren Beitrag zu einem besseren Bildungssystem leisten. Auch Ksenija (23 Jahre) fordert eine gerechtere Bildungspolitik. Vor allem stört sie die bestehende Selektionsfunktion der Schulen und Universitäten. Es müssen Maßnahmen getroffen werden, um herkunftsbedingte Benachteiligung zu bekämpfen, findet die angehende Erziehungswissenschaftlerin.  

Ein weiteres Mitglied des Jungen Beirats ist Kumar. Er ist Flüchtling aus Indien, lebt seit fünf Jahren in Deutschland und wartet immer noch auf seine Arbeitserlaubnis. Da er als Asylbewerber von Asyl- und Einwanderungspolitik unmittelbar betroffen ist, will er mithelfen, diese zu optimieren. Zum Beispiel müssen die Asylverfahren schneller und fairer bearbeitet werden, fordert er. Darum hat er sich für die Projektgruppe #NeuesMiteinander - Einwanderungsland Deutschland entschieden. Diese möchte er unterstützen, konkrete Ansätze für eine bessere Integration in Deutschland zu erarbeiten. Franziska, die in Berlin Politik studiert sieht in Geflüchteten wie Kumar ein “ungenutztes Potential“. Sie seien keineswegs eine Last, sondern eine Chance für die deutsche Gesellschaft und Wirtschaft.

Mit dem Thema Wirtschaft beschäftigt sich auch der 25-jährige Ben. Er fragt sich, wie es möglich sein kann technologischen Fortschritt in gesamtgesellschaftlichen Fortschritt zu überführen. Konkreter: Welchen Mehrwert kann Technologie für eine Gesellschaft haben? Mit dieser und weiteren Fragen setzt er sich im der Arbeitsgruppe #NeueErfolge auseinander.

Diese fünf Jugendlichen stehen exemplarisch für die komplette Gruppe an engagierten jungen Menschen, die den Mut und die Lust dazu haben Zukunft aktiv mitzugestalten.

Informieren, diskutieren, austauschen

Am Nachmittag der Zukunftskonferenz ging es dann für alle in die "Zukunftsforen" ihrer jeweilige Projektgruppe. Gemeinsam mit anderen Teilnehmern und Teilnehmerinnen aus allen gesellschaftlichen Gruppen wurde diskutiert, sich ausgetauscht und konstruktiv nach Lösungen gesucht. Die Mitglieder des Jungen Beirats konnten sich an dieser Stelle mit ihren individuellen Anliegen und Ideen an die Projektgruppe wenden. Sie trafen hier, wie sie im Nachhinein berichteten, auf offene Ohren und eine lebhafte Diskussionskultur.

Außerdem waren sie begeistert von der hochkarätigen Besetzung der Panels.

Letztlich bedauerten die Jugendlichen nur, dass die Zeit nicht reichte, um finale Beschlüsse zu treffen. Doch das war nur der Anfang des „Projekts Zukunft - #NeueGerechtigkeit“. So wird es in den nächsten Monaten zahlreiche Veranstaltungen geben und alle Interessierten haben im Netz die Möglichkeit unter dem Hashtag #NeueGerechtigkeit mitzudiskutieren und auf der Website http://zukunftsideen.spdfraktion.de ihre Zukunftsideen vorzustellen.

Auf der Abendveranstaltung der Aufktaktkonferenz hatten die Beirats-Mitglieder Marie-Louise und Edip dazu bereits Gelegenheit. Im Anschluss an Thomas Oppermanns Rede durften sie ihre Pecha-Kucha-Präsentationen vorstellen. Für ihre pointierten Kurzvorträgen zu den Themen Bildung und Einwanderung ernteten sie viel Applaus.

 

Pecha-Kucha-Vorträge im Livestream-Mitschnitt, ab Minute 00:28:50

 

Dialog mit Thomas Oppermann

Am Morgen nach der Zukunftskonferenz (22.09.2015) traf der Junge Beirat Thomas Oppermann noch einmal zum Gespräch. Der SPD-Fraktionsvorsitzende stand den Jugendlichen Rede und Antwort. Sie wollten beispielsweise wissen, warum es noch kein flächendeckendes WLAN-Netz auf den Strecken der Deutschen Bahn gibt oder wieso Geflüchtete über 18 Jahren keine Schule in Deutschland besuchen dürfen. Oppermann zeigte Verständnis für die Belange der jungen Erwachsenen und nahm aus dem Gespräch, wie er sagte, selbst einige Anregungen mit für  weitere Arbeit. Zum Ende der Diskussion versicherte er den Jugendlichen, dass dies nicht das letzte Mal gewesen sei, dass er und der Junge Beirat sich zum Austausch getroffen haben.

Nach der Veranstaltung vernetzten sich die Mitglieder des Jungen Beirats untereinander und beschlossen hoch motiviert jetzt erst recht in die politische Arbeit zu starten. 

Der Autor Marco Werner (22 Jahre) ist Praktikant im Referat Öffentlichkeitsarbeit der SPD-Bundestagsfraktion und studiert Sozialwissenschaften in Stuttgart.

Video zur Auftaktkonferenz in Berlin