Motto: "Frauen (M)acht Politik!"

Auch in der Politik brauchen wir mehr Frauen. Deshalb hat sich die SPD-Bundestagsfraktion auch in diesem Jahr wieder am bundesweiten Girls‘ Day beteiligt. 62 Mädchen aus der ganzen Bundesrepublik verbrachten auf Einladung der Sozialdemokraten einen Tag im Deutschen Bundestag in Berlin.

Was macht eigentlich eine Bundestagsabgeordnete? Wie steht es in der Politik mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf? Und wie ist der Gang der Gesetzgebung? Auf diese und weitere Fragen bekamen die Teilnehmerinnen des Girls‘ Days an diesem Donnerstag Antworten aus erster Hand und ganz persönliche Einblicke in die Arbeitswelt der SPD-Abgeordneten.

Schon beim gemeinsamen Frühstück im SPD-Fraktionssaal lernten die 14- bis 19-Jährigen die Parlamentarische Geschäftsführerin Petra Ernstberger und viele weitere SPD-Abgeordnete persönlich kennen, bevor sich im Anschluss der Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann persönlich für die Fragen der Schülerinnen Zeit nahm.

Unter dem Motto „Frauen (M)acht Politik!“ wurde im Anschluss Tacheles geredet – über die Chancen und Herausforderungen für Frauen im Politikbetrieb. Vor allem die jüngeren Nachwuchspolitikerinnen wie Michelle Müntefering, Susann Rüthrich oder Sarah Ryglewski erzählten den Girls-Day-Teilnehmerinnen von ihrem Weg in die Politik und von persönlichen Erlebnissen, die sie aufgrund ihres Geschlechts erlebt haben.

So wurde Müntefering etwa als neu gewählte Abgeordnete von einem älteren Kollegen aus einer anderen Fraktion zunächst als weiblicher Anhang eines männlichen SPD-Abgeordneten eingeschätzt. Auch in der Politik galt laut Müntefering lange der Spruch: Frauen müssen sich für ihren Erfolg mehr anstrengen als Männer. Doch die Zeiten änderten sich allmählich, so Müntefering. „Wir kämpfen weiter dafür. Und auch ihr habt es mit in der Hand“, appellierte die SPD-Politikerin an die Mädchen.

Auch Ryglewski erzählte, wie sie sich nach ihrer Mandatsannahme „gut gemeinte“ Kommentare anhören musste wie: „Was wird denn jetzt aus deinem Lebensgefährten?“ oder „Schade, dass sich damit für dich das Thema Kinderkriegen erledigt hat“. Susann Rüthrich, die selbst innerhalb dieser Legislaturperiode Mutter geworden ist, machte den Mädchen Mut: Sie müsse sich zwar häufig behaupten. Aber Kinder könne man bei der SPD einfach mit in die Fraktionssitzung nehmen. Das machen bei der SPD-Fraktion übrigens ab und an auch die Männer.

 

Demokratische Prozesse selbst erleben

Wie Politik in der Praxis abläuft, konnten die Mädchen ebenfalls erleben: Die Schülerinnen bekamen eine Führung durch den Bundestag, konnten SPD-Abgeordnete in ihren Büros besuchen und erhielten die Möglichkeit, eine Debatte im Plenarsaal live zu verfolgen.

Politische Meinungsbildung und die Entwicklung von Gesetzen dauert mehr als einen Tag. Um den Mädchen dennoch einen Einblick in die politischen Prozesse zu geben, organisierte die SPD-Fraktion in Kooperation mit dem Team von PolitikParcours ein Planspiel, in dem die Jugendlichen die Gesetzgebung auf Bundesebene am Beispiel „Wählen ab 16“ simulierten.

Und wie fiel das Fazit der Mädchen nach dem Girls‘ Day aus? Neben viel Lob für das abwechslungsreiche Programm und die persönlichen Einblicke, lasen die Mitarbeiterinnen der Fraktion besonders häufig folgende Sätze auf den Feedbackzetteln der Teilnehmerinnen: "Das Leben einer Politikerin ist sehr stressig“ bzw. „mir zu verantwortungsvoll“, und „Es ist nicht leicht, Gesetze zu schaffen und zu ändern“.

Jasmin Hihat

 

Girls Day in der SPD-Bundestagsfraktion am 28.04.2016