Im Austausch mit den fast 30 Expertinnen und Experten wurde deutlich, dass durch den starken Anstieg der Studierendenzahlen an FH/HAW, diese nun dringend eine gezielte Nachwuchsförderung für wissenschaftliches Personal benötigen. Attraktivere Arbeitsbedingungen und eine bessere und planbare Hinführung zur FH-Professur bilden eine wichtige Grundlage. Konsens bestand über die Notwendigkeit zur Verstetigung der Hochschulpaktmittel, um für eine gute Qualität der Lehre auch in Zukunft sorgen zu können und mehr unbefristete Stellen zu schaffen.
Durch ihre anwendungsorientierte Forschung sind FH/HAW gleichzeitig auch ein wichtiger regionaler Innovationsmotor. Der Ausbau der Forschungs- und Entwicklungsleistung konnte trotz hoher Lehrverpflichtungen der ProfessorInnen und dem Fehlen eines akademischen Mittelbaus kontinuierlich vorangetrieben werden. In der Folge bedeutet das für die FH/HAW, dass ihre Forschung in deutlich höherem Maße als an Universitäten von Programm- und Projektförderungen, Kooperationen mit der Wirtschaft, Eigeninitiativen der ForscherInnen und einer besonderen Flexibilität der Hochschulleitungen bei Ressourceneinsatz und Lehrorganisation abhängig ist. Zu prüfen wäre, inwiefern der Bund die Forschung an FH/HAW über eine Beteiligung an der Grundfinanzierung unterstützen kann.
FH/HAW stehen nicht nur im nationalen, sondern auch im internationalen Wettbewerb. Der Internationalisierungsgrad der einzelnen Hochschulen ist jedoch sehr unterschiedlich und variiert innerhalb der FH/HAW stark je nach Ausstattung mit Ressourcen. Insgesamt liegt er auffällig unter dem Niveau, das Universitäten erreichen. Eine gezielte Unterstützung in Form angepasster Förderprogramme hilft den FH/HAW beim Ausbau der Internationalisierung.
Die AG Bildung und Forschung der SPD-Bundestagsfraktion hat die große Bedeutung der FH/HAW in unserem deutschen Wissenschaftssystem erkannt. In Auswertung des Fachgesprächs wird jetzt eine Position erarbeitet, die den Weg für politische Handlungsoptionen ebnet.