Statement von Bärbel Bas

Im Internet kursieren Videos, in denen die aktuellen Maßnahmen gegen das Coronavirus als "Panikmache" beschrieben werden - unter anderem äußert sich der ehemalige SPD-Abgeordnete Wolfgang Wodarg in diese Richtung. SPD-Fraktionsvizin Bärbel Bas stellt klar: Wodargs Aussagen sind grob fahrlässig. Er ignoriert bekannte Fakten und untergräbt die Akzeptanz notwendiger Schutzmaßnahmen.

"Das Problem einer CoViD-19-Epidemie ist eine drohende Überlastung des Gesundheitssystems durch eine schnell ansteigende Zahl beatmungspflichtiger Patienten mit Lungenentzündung beider Lungenflügel. Dies betrifft neben den Menschen, die mit dem neuen Coronavirus infiziert sind, auch Menschen, die aufgrund anderer Krankheiten beatmet werden müssen. Sie können dann im Notfall nicht mehr behandelt werden. Wir sehen gerade in Italien, was passiert, wenn die Ausbreitung nicht verlangsamt wird. Ich möchte das in Deutschland nicht erleben. Wir müssen den Vorsprung nutzen.

Ich halte Aussagen wie die Wolfgang Wodargs für grob fahrlässig. Sie ignorieren bekannte Fakten: Inzwischen ist bekannt, dass die Virendichte im oberen Rachenraum von Infizierten deutlich höher liegen kann als bei Grippepatienten - auch wenn sie keine ausgeprägten Krankheitssymptome aufweisen. Wodarg ignoriert auch aktuelle Schätzungen, die davon ausgehen, dass ein Prozent der mit Sars-CoV-2 Infizierten sterben könnte. Man geht von einer zehnfach höheren Letalität im Vergleich zu Grippeviren aus. Und er ignoriert, dass bisher weder eine spezifische Behandlung noch eine Impfung möglich sind.

Unser gemeinsames Ziel muss es sein, die Ausbreitung des neuen Coronavirus zu verlangsamen. Nur so können wir sicherstellen, dass alle, die daran schwer erkranken, bestmöglich behandelt werden können. Wolfgang Wodarg trägt dazu bei, die Akzeptanz der dazu notwendigen Maßnahmen zu untergraben.

Wenn Virologen in aller Welt unabhängig der Meinung sind, dass wir Sozialkontakte erheblich einschränken müssen, dann ist es absolut verantwortlich, dass die Regierung dies auch umsetzt. Dazu gehört außerdem eine Gesellschaft, die mitmacht. So paradox es klingt: weniger Sozialkontakte = mehr Solidarität. Nur gemeinsam kommen wir durch diese Krise!"