Statement von Matthias Miersch

Matthias Miersch, SPD-Fraktionsvize, nimmt Stellung zur Gentechnik und den aktuellen Äußerungen der Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) - und findet klare Worte.

„Wir erwarten, dass Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner unverzüglich die Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag umsetzt und einen Gesetzentwurf vorlegt, der den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen in Deutschland grundsätzlich untersagt und somit dem Vorsorgeprinzip voll Rechnung trägt.

Nach dem Urteil des EuGH ist klar: Neue Gentechnikverfahren, wie die Genschere CRISPR-Cas und die damit erzeugten Produkte, unterliegen dem Gentechnikrecht. Das Urteil des EuGH sollte auch die Bundeslandwirtschaftsministerin anerkennen.

Es kann nicht angehen, dass Lobbyisten im Bundeslandwirtschaftsministerium erneut versuchen, das Vorsorgeprinzip mittels eines wissenschaftsbasierten Ansatzes außer Kraft zu setzen.

Das Argument, mit grüner Gentechnik ließe sich der Hunger in der Welt bekämpfen, ist ein alter Zopf. Wir erleben täglich, wie die großen Saatgutkonzerne ihre Marktstellung missbrauchen. Stattdessen brauchen wir einen Paradigmenwechsel in der Landwirtschaft hin zu mehr Saatgutvielfalt. Anstatt uns anzumaßen, wir könnten uns über die Natur stellen, müssen wir endlich die Ursachen des Hungers bekämpfen.“