Statement von Helge Lindh

Wir treten dem antisemitischen Auftreten des BDS bewusst entgegen. Das bedeutet nicht, kulturellen Austausch mit Menschen aus Afrika und arabischen Ländern zu vermeiden, betont Helge Lindh.

"Der Bundestagsbeschluss Haltung zur BDS-Bewegung wurde mit einer großen überfraktionellen Mehrheit von Regierung und Opposition gefasst. Wir sind damit gemeinsam antisemitischem Auftreten und Veröffentlichungen des BDS bewusst entgegengetreten. Dies soll aber nicht bedeuten, dass der notwendige Diskurs und der kulturelle Austausch gerade auch mit Menschen aus afrikanischen oder arabischen Ländern zum Erliegen kommen soll oder aus Angst vor Verwicklungen vorsorglich vermieden werden. Kultur braucht auch Auseinandersetzung und Streit auf dem Boden unverbrüchlicher demokratischer Werte.

Wir werden daher mit den Initiatoren des Aufrufs "Initiative GG 5.3. Weltoffenheit" das Gespräch suchen.

Im Zuge dessen halte ich es für sinnvoll, dass wir die Protagonisten und Einrichtungen des Aufrufs und Organisationen bzw. Initiativen, die sich gegen Antisemitismus und für das jüdische Leben in Deutschland und darüber hinaus einsetzen, zusammenbringen. Vertrauen wächst nur durch einen Diskurs, in dem Verwundungen, Erwartungen  und Sorgen zur Sprache kommen können.

Das Thema fordert einen aufrichtigen, sensiblen Austausch zwischen Politik, maßgeblichen intellektuellen Akteuren, Zivilgesellschaft und Kultureinrichtungen.

Entschiedenes Nein gegen jede Form des Antisemitismus und Kolonialismus dürfen ebenso wenig gegeneinander ausgespielt werden wie Meinungsfreiheit und Lehren aus der Shoah.

Alle sind gefordert, nicht in die Falle der Instrumentalisierung und des ideologischen Wettbewerbs zu tappen. Das gebietet das Thema und die Dringlichkeit, ihm im Sinne des Grundgesetzes gerecht zu werden."