Ernst Dieter Rossmann, zuständiger Berichterstatter:

Die heute vorgestellten Ergebnisse des Wissenschaftsbarometers 2020 zeigen, dass das Vertrauen in Wissenschaft und Forschung in der Corona-Krise stabil geblieben ist. Mit 60 Prozent spricht eine große Mehrheit der Deutschen der Wissenschaft ihr Vertrauen aus. Angesichts der im Laufe der Pandemie leicht gesunkenen Werte, fordert die SPD-Bundestagsfraktion eine weitere Stärkung des Wissenschaftsjournalismus und der Prinzipien von guter Wissenschaftskommunikation.

„Wohl selten war die Vorstellung der Ergebnisse des Wissenschaftsbarometers so spannend wie im Pandemie-Jahr 2020. Angesichts von Querdenkertum, Gerüchtemacherei und Fake News ist die relative Stabilität eines mehrheitlichen Vertrauens in Wissenschaft ein wichtiges Signal. Wissenschaft ist gerade in Corona-Zeiten auch Hoffnungsträger und im besten Sinne systemrelevant.

Auf der anderen Seite muss das geringe Interesse an Wissenschaft von 40 Prozent der Deutschen als Herausforderung angenommen werden. Die Stärkung dieses Interesses in breiten Bevölkerungsschichten ist eine zentrale Aufgabe für die Wissenschaftsbildung in den Schulen, für das öffentliche Engagement der Wissenschaft selbst, für eine wissenschaftsbasierte Begründung von Politik und für einen informativen und aufklärenden und damit vertrauensbildenden Journalismus.

Wissenschaft muss lernen, sich noch besser zu erklären und Politik muss lernen, Entscheidungen und Strategien noch besser zu begründen. Den Anspruch von absoluter Wahrheit sollte dabei die Wissenschaft genauso wenig erheben wie die Politik den Anspruch von absoluter Richtigkeit. Aufgeklärt leben heißt auch, mit begründeter Unsicherheit leben zu können. Das Wissenschaftsbarometer 2020 beschreibt die Herausforderungen für ein neues Jahrzehnt, in dem es nach Corona für alle noch viel zu lernen gibt.“