Karin Thissen, zuständige Berichterstatterin:
Das erneute Auftreten der Vogelgrippe macht deutlich: Wir müssen den Fokus stärker auf Aufklärung legen. Die Risiken solcher Krisen müssen wir reduzieren, auch durch neue Strukturen. Fest steht, derzeit muss niemand auf Geflügelfleisch verzichten.
„Die Maßnahmen des Krisenstabs von Bund und Ländern sind notwendig und zum aktuellen Zeitpunkt ausreichend, um die Lage zu entschärfen. Dabei leisten unsere Veterinärämter gute Arbeit und sind auf solche Fälle vorbereitet. In der kommenden Woche wird sich zudem der Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft in einer Sondersitzung mit der sogenannten „Geflügelpest“ befassen. Fragen rund um das Veterinärwesen, unsere Lebensmittelüberwachung, den Tierschutz und die Probleme der betroffenen Landwirtschaft müssen diskutiert werden. Dabei ist für die SPD-Bundestagsfraktion klar: Wo zu viele Tiere in räumlicher Nähe gehalten werden, steigt das Ansteckungsrisiko.
Ebenfalls werden wir die Sorgen und Nöte der betroffenen Betriebe im Blick halten. Dabei darf das Tierseuchenrecht nicht gegen den Tierschutz ausgespielt werden. Temporäre Stallpflichten für Freilandgeflügel sind aus Tierschutzsicht unbedenklich. Tierseuchenrechtlich bedenklich ist hingegen eine regionale Dichte von großen Geflügelbeständen. Derartigen agrarwirtschaftlichen Entwicklungen werden wir langfristig entgegentreten müssen, denn große Tierbestände auf engem Raum fördern unnötiges Ansteckungsrisiko.“