Carsten Träger, umweltpolitischer Sprecher:

Im Vorfeld des Treffens der Internationalen Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze in der Antarktis (CCAMLR) sollen mit einem interfraktionellen Antrag die Bemühungen der Bundesregierung unterstützt werden, das Weddellmeer in der Antarktis unter Schutz zu stellen. Damit setzen wir eine Forderung des Koalitionsvertrages um.

„Das Weddellmeer in der Antarktis ist vom Menschen weitgehend unberührt und hat mit rund 14.000 Tierarten eine genauso hohe Artenvielfalt wie ein tropisches Korallenriff. Aufgrund der Eisbedeckung und der Ozeanströmung wird das Weddellmeer voraussichtlich die Region sein, wo die Folgen des Klimawandels später zu spüren sein werden. Es stellt daher einen wichtigen Rückzugsraum für kälteliebende Arten dar.

Der interfraktionelle Antrag zur Unterschutzstellung des Weddellmeeres unterstützt die Bundesregierung bei ihren Verhandlungen bei der Internationalen Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze in der Antarktis (CCAMLR) im Herbst 2018. Dieser Antrag ist der letzte Schritt in einer Kette von Initiativen zum Meeresschutz, die 2010 bei der Konferenz über die Biologische Vielfalt ihren Anfang nahm. Hier wurde beschlossen, bis zum Jahr 2020 mindestens zehn Prozent der Weltozeane als Schutzgebiete auszuweisen. Zurzeit stehen etwa sieben Prozent der Meeresflächen formal unter Schutz. Deutschland ist die treibende Kraft bei der Ausweisung von Meeresschutzgebieten auf internationaler Ebene.

Im Falle einer Unterschutzstellung des Weddellmeeres bleibt noch ein Wermutstropfen: Das Weddellmeer steht nur formal unter Schutz. Wichtig wären klare internationale Regeln, ein Management, das den Schutzstatus erhält, Monitoringmaßnahmen und Verbote, die auch sanktioniert werden können.

Wir unterstützen daher die Bemühungen der Bundesregierung ein international rechtsverbindliches Durchführungsabkommen im Rahmen des Seerechtsübereinkommens für geschützte Meeresgebiete zu etablieren.“