Frank Schwabe, menschenrechtspolitischer Sprecher:

Zum ersten Mal wird in diesem Jahr der Right Livelihood Award – oft auch als Alternativer Nobelpreis bezeichnet – an Menschenrechtler aus Saudi-Arabien verliehen.

„Abdullah al-Hamid, Mohammad Fahad al-Qahtani und Waleed Abu al-Khair (Saudi-Arabien) werden von der Jury ‘für ihren visionären und mutigen Einsatz, geleitet von universellen Menschenrechtsprinzipien, das totalitäre politische System in Saudi-Arabien zu reformieren‘ geehrt. Die drei Menschenrechtler engagieren sich in ihrer Heimat für politische Freiheit und setzen sich für die Gleichberechtigung von Mann und Frau, für Gewaltenteilung und den Übergang in eine konstitutionelle Monarchie ein. Wegen ihrer politischen Aktivitäten verbüßen sie derzeit langjährige Haftstrafen.

Wenn Saudi-Arabien sich wirklich dem Westen öffnen möchte, muss das Königshaus endlich alle Menschen aus der Haft entlassen, die sich für Rechtsstaatlichkeit und Meinungsfreiheit in ihrer Heimat einsetzen.

Der Ehrenpreis wird in diesem Jahr an Thelma Aldana aus Guatemala und Iván Velásquez aus Kolumbien für die Aufdeckung von Machtmissbrauch und Korruption verliehen. Dies ist ein starkes Signal zur Unterstützung der „Internationalen Kommission gegen die Straffreiheit in Guatemala“ (CICIG), die immer wieder Angriffen ausgesetzt ist.

Mit dem Right Livelihood Award werden seit 1980 jedes Jahr Menschen und Organisationen für ‚visionäre und beispielhafte Lösungen der grundlegenden Ursachen globaler Probleme‘ ausgezeichnet. Bekannte Preisträger sind unter anderem Edward Snowden oder die türkische Zeitung Cumhuriyet. Weitere Preisträger sind in diesem Jahr der Bauer Yacouba Sawadogo aus Burkina Faso und der australische Agrarwissenschaftler Tony Rinaudo.“