Ulrike Bahr, zuständige Berichterstatterin:

Der Koalitionsvertrag gibt es vor, die Nationale Weiterbildungsstrategie hat es aufgegriffen: Das Aufstiegs-BAföG wird reformiert. Das ist ein wichtiger Schritt, um die berufliche Weiterbildung noch attraktiver zu gestalten und die Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung voranzubringen.

„Mit der BAföG-Novelle haben wir die Bedingungen für Studierende verbessert. Mit der Mindestausbildungsvergütung macht die BBiG-Novelle das Gleiche für unsere Auszubildenden. Deshalb ist es folgerichtig, dass wir nun die berufliche Weiterbildung anpacken, um sie weiterhin als den zentralen Schlüssel für den Fachkräfteerhalt zu stärken.

Wir freuen uns, dass die angekündigten Vorschläge zur Reform des Aufstiegs-BAföG stark unseren Vorstellungen entsprechen. Sie entlasten künftig Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einer Vollzeitmaßnahme, die immerhin fast die Hälfte aller AFBG-Geförderten ausmachen. Sie bekommen einen Vollzuschuss an ihren Unterhaltskosten und bringen mit dem erhöhten Kinderzuschlag die Vereinbarkeit von Weiterbildung und Familie ein großes Stück voran.

Die höheren Zuschüsse für Maßnahme- und Prüfungsgebühren sind ebenfalls zu begrüßen. Künftig beteiligt sich der Staat zur Hälfte an den dafür anfallenden Gebühren. Damit sind wir dem Ziel der SPD Bundestagsfraktion ein großes Stück näher gekommen, die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung zu fördern. Hürden zur Aufnahme einer Aufstiegsfortbildung werden damit spürbar reduziert.

Die, analog zum BAföG, für 2023 in Aussicht gestellte Zinsfreiheit ist ein guter Schritt. Zinsfreiheit bedeutet eine bessere Übersicht der selbst zu tragenden Kosten und ist besonders für diejenigen interessant, die künftig eine zweite oder dritte Aufstiegsfortbildung in Anspruch nehmen wollen.

Wir freuen uns auf den Gesetzentwurf und arbeiten auf eine zügige Umsetzung der Reform hin, damit ab 2020 noch mehr Menschen vom beliebten Aufstiegs-BAföG profitieren können.“