Marianne Schieder, Parlamentarische Geschäftsführerin:

Mit dem deutschen Überfall auf Polen begann heute vor 81 Jahren der Zweite Weltkrieg. Für die SPD-Bundestagsfraktion ist der 1. September ein Tag des Gedenkens, und zugleich eine Mahnung, dass sich diese dunkelsten Jahre in der deutschen Geschichte nie wieder wiederholen dürfen.

„Was sich am 1. September 1939 zugetragen hat war der bis dato traurige Höhepunkt einer furchtbaren Entwicklung seit Januar 1933. Die Motive, deren sich die Nazi-Propaganda bediente, waren dabei von Rassenideologie, Antisemitismus, Homophobie und blindem Hass auf Andersdenke geprägt.

Der Zweite Weltkrieg brachte unvorstellbares Leid über die Welt. Bis zu 70 Millionen Tote, die sechs Millionen ermordeten Jüdinnen und Juden, die millionenfachen Schicksale von Flucht und Vertreibung sind uns deshalb Mahnung, dass sich das niemals wiederholen darf.

Ein stetes Erinnern und Gedenken muss auch nach den Ursachen fragen, wie es möglich sein konnte, dass eine noch junge und hart erkämpfte Weimarer Demokratie so anfällig war und warum die Mehrheit der Bevölkerung den Nationalsozialisten auf dem Weg in die Katastrophe folgte.

Diese Fragen sind leider brandaktuell. In einer Zeit, in der die Bedrohung durch rechten Terror zunimmt, in einer Zeit, in der Reichsflaggen vor dem Deutschen Bundestag wehen, müssen wir mehr denn je wachsam sein.

Wenn sich heute Menschen mit Rechtsradikalen auf Demonstrationen gemein machen, auch wenn sie nicht deren Ideologie vertreten, bereitet das großen Anlass zur Sorge. Die Erinnerung an den 1. September 1939 lehrt, dass Weghören und Wegsehen zur Hitler-Diktatur und somit zu großen Schrecken führten.

Die SPD-Bundestagsfraktion wird sich weiterhin für unsere liberale Gesellschaft und Demokratie einsetzen und diese Werte gegen die Angriffe von rechts verteidigen. Wir werben weiterhin dafür, dass Vielfalt und Weltoffenheit eine Voraussetzung für Freiheit und Verständigung sind. Europa ist seit über 70 Jahren unser Garant für Frieden und Freiheit. Wir bekennen uns als überzeugte Europäerinnen und Europäer weiterhin zu dieser politischen Verantwortung für den Frieden und die Stabilität in der Welt.“