Zum ausgebliebenen Kabinettsbeschluss der Europäischen Kommission, eine Frauenquote für große Unternehmen einzuführen, erklären die zuständige Berichterstatterin der SPD-Bundestagsfraktion im Europaausschuss Kerstin Griese und die Sprecherin der Arbeitsgruppe Gleichstellungspolitik Christel Humme:

Frauen sind in den großen europäischen Unternehmen bislang stark unterrepräsentiert. Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist eines der Ziele der Europäischen Union. Deshalb ist es dringend erforderlich, dass die Europäische Kommission den Vorschlag der zuständigen Kommissarin Viviane Reding möglichst bald beschließt. Der Vorschlag ist ausgewogen und umsetzbar.

Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden und mehr als 50 Millionen Jahresumsatz sollen verpflichtet werden, bis zum Jahr 2020 sicherzustellen, dass mindestens 40 Prozent der Aufsichtsratsmitglieder eines Unternehmens Frauen sind. Öffentliche Unternehmen sollen diese Quote bereits bis zum Jahr 2018 erfüllen. Gleichzeitig sollen die Mitgliedstaaten der Europäischen Kommission regelmäßig über die Gleichstellung von Frauen und Männern in den Vorständen großer Unternehmen berichten. Bei Nichterfüllung der Quote kann sowohl der betreffende Mitgliedstaat als auch das Unternehmen von der Europäischen Kommission sanktioniert werden.

Leider haben viele europäische Regierungen, darunter die deutsche Bundesregierung, ihren Widerstand gegen diesen Vorschlag angekündigt. Offenbar ist die EU-Kommission nicht willens, sich diesem Gegenwind zu stellen. Sollte es keine verbindliche und einheitliche Frauenquote für große Unternehmen in der Europäischen Union geben, würde sowohl der Gleichstellung von Frauen und Männern als auch dem Wettbewerb im europäischen Binnenmarkt schaden.