Christian Petry, europapolitscher Sprecher:

Europa hat lange auf eine neue Regierung in Deutschland warten müssen. Die Fortentwicklung der Europäischen Währungsunion darf nicht länger hinausgezögert werden.

„Der Koalitionsvertrag gibt die Richtung vor. Auf nichts weniger als einen neuen Aufbruch für Europa haben sich SPD und Unionsparteien verständigt. Ein solcher Aufbruch verträgt sich nicht damit, erst einmal alle Fragen für ein Jahr vertagen zu wollen, so unbestreitbar schwierig sie auch sind.

Wenn es eine Gelegenheit gibt, den Euro krisenfest zu machen, dann jetzt. Die wirtschaftliche Lage in der Europäischen Union ist gut, die staatlichen Defizite sind so niedrig wie seit vielen Jahren nicht mehr. Gleichzeitig wächst die politische Unsicherheit weltweit um die Europäische Union herum. Die Geschichte wartet nicht. Deshalb ist es notwendig, auf dem Europäischen Rat in Juni zu Ergebnissen kommen. Ein Zaudern und Verschieben stärkt nur die Euroskeptiker.

Der Wohlstand in Deutschland basiert im Wesentlichen auf den Vorteilen, die die Europäische Union mit sich bringt. Arbeit, Wohlstand, Frieden und Sicherheit müssen durch eine moderne Europäische Union garantiert werden können. Daher wäre es fahrlässig, die Fortentwicklung der Europäischen Union auf die lange Bank zu schieben.“