Dirk Becker, Sprecher der AG Wirtschaft und Energie:

Das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) ist vor genau 15 Jahren in Kraft getreten ist und gilt als Meilenstein auf dem Weg zu einer nachhaltigen Energieversorgung. Die Förderung von Erneuerbaren Energieanlagen sowie deren bevorzugte Einspeisung in das Stromnetz haben dafür gesorgt, dass binnen 15 Jahren Wind- und Sonnenenergie von einer Nischenexistenz zu einer der tragenden Säulen der deutschen Stromversorgung werden konnte. Mit nunmehr einem Anteil von 28 Prozent haben die Erneuerbaren damit längst ihre Kinderschuhe verlassen und eine Zeitenwende eingeleitet, auch über die Grenzen Deutschlands hinaus. Diese Erfolgsgeschichte gilt es nun fort zu schreiben.

„Im Rahmen der Energiewende spielt der Ausbau der Erneuerbaren Energien eine zentrale Rolle. Es ist dem Förderregime des EEG zu verdanken, dass mittlerweile mehr als jede vierte erzeugte Kilowattstunde aus Wind, Sonne, Biomasse oder anderen regenerativen Energiequellen stammt. So lag die installierte Photovoltaikleistung Ende 2014 bereits bei 38 GW und entsprach einem Anteil von sechs Prozent an der gesamten Stromerzeugung.

Gleichzeitig stellt uns der Erfolg vor Herausforderungen, die es anzupacken gilt. Die Phase der Markteinführung Erneuerbarer Energien endet und geht in die Phase der Marktdurchdringung über. Dies bedingt, dass nicht mehr nur der schlichte Zubau Erneuerbarer Erzeugungsanlagen im Fokus stehen kann, sondern auch ihre Markt-, System- und Netzintegration in den Vordergrund rücken muss. Die EEG-Novelle von 2014 folgte schließlich der Notwendigkeit, das EEG an die veränderte Situation anzupassen und die Kostendynamik der letzten Jahre zu durchbrechen.

Zurückblickend ist das EEG durch und durch eine Erfolgsgeschichte. Die Energiewende insgesamt wird vom Ausland gespannt, aber auch kritisch betrachtet. Die Vorreiterrolle Deutschlands liegt darin, nicht allein den Anteil Erneuerbarer auszubauen, sondern als Industrieland erfolgreich einen Transformationsprozess unseres gesamten Energiesystems in Gang zu bringen, weg von einer nuklear und fossil geprägten hin zu einer ökologischen und nachhaltigen Energieversorgung. Dies ist Herausforderung und Ansporn zugleich. Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit dürfen wir dabei nicht aus den Augen verlieren.“