Die Einbürgerungspraxis in Deutschland muss endlich beschleunigt werden. Der Erhalt der deutschen Staatsbürgerschaft ist unglaublich wichtig für die Integration der Zuwanderer in unserem Land, erklärt Aydan Özoguz.

 

Die Einbürgerungspraxis in Deutschland muss endlich beschleunigt werden. Der Erhalt der deutschen Staatsbürgerschaft ist unglaublich wichtig für die Integration der Zuwanderer in unserem Land.

 

Die SPD strebt die Einbürgerung der zu uns kommenden Menschen an. Wer sich in unserem Land integrieren möchte, darf nicht ein knappes Jahrzehnt auf seine Einbürgerung warten. Deshalb haben wir schon im Februar vorgeschlagen, die Zeiten bei der Anspruchseinbürgerung zu senken: Sieben statt acht Jahre im Regelfall, und ausnahmslos sechs Jahre bei besonderen Integrationsleistungen. Und als solche müssen wir viel mehr anerkennen - sei es Abitur oder Studium, seien es Ausbildung oder besondere Sprachkenntnisse: Für gut Integrierte muss es schneller gehen. Und wir müssen die Behörden an die Ermessenseinbürgerung erinnern: Schon jetzt können sie gut Integrierte unabhängig von der Voraufenthaltszeit einbürgern. Sie müssen nur wollen.

 

Die FDP hat ihre derzeitigen Forderungen fein säuberlich vom Sachverständigenrat deutscher Stiftungen abgeschrieben. Es ist schön zu sehen, dass die hervorragende, unabhängige Arbeit des Rates so gewürdigt wird. Und es wird interessant zu beobachten sein, wie sich die FDP mit Forderungen nach Verbesserungen im Staatsangehörigkeitsrecht bei der CDU/CSU durchsetzen möchte. Dort herrschte schon immer Blockadehaltung.

 

Klar ist, dass die Einbürgerung nicht das Ende der Integration ist, aber sie ermöglicht die volle politische Teilhabe.

 

Zum Hintergrund: Die regelmäßige Einbürgerungsfrist dauert acht Jahre. Schon heute kann sie auf sieben Jahre verkürzt werden, wenn ein Integrationskurs erfolgreich absolviert wurde. Legt ein Ausländer zudem einen Nachweis besonderer Integrationsleistungen vor, kann die Einbürgerung nach sechs Jahren erfolgen. Das dauert uns dennoch alles zu lange.

 

Ein Ergebnis der langen Fristen: Die Zahl der Einbürgerungen in Deutschland hat sich in den vergangenen zehn Jahren halbiert. Erhielten im Jahr 2000 noch 187.000 Ausländer die deutsche Staatsangehörigkeit, sank die Zahl der Eingebürgerten im Jahr 2009 auf 96.000. Das ist eine Einbürgerungsquote unter den 7,2 Millionen Ausländer von nur noch 1,4 Prozent.