Die SPD-Bundestagsfraktion begrüßt, dass die EU-Kommission ein Grün­buch zur Kultur- und Kreativwirtschaft vorgelegt hat. Wir werden uns an dem nun folgenden Prozess der Konsultation aktiv beteiligen. Wollen wir die Kultur- und Kreativwirtschaft weiter stärken, müssen wir ebenso da­für sorgen, dass die Einkommen im Kultursektor verbessert und soziale Risiken verringert werden, erklärt Siegmund Ehrmann.

 

Kultur- und Kreativwirtschaft haben zwar vorrangig eine ökonomische Dimension. Sie lassen sich aber nicht nur darauf beschränken. Der Eigenwert von Kunst und Kultur ist das Zentrum, aus dem sich Weiteres ergibt.

 

Die SPD-Bundestagsfraktion begrüßt, dass die EU-Kommission ein Grünbuch zur Kultur- und Kreativwirtschaft vorgelegt hat. Wir werden uns an dem nun folgenden Prozess der Konsultation aktiv beteiligen. Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist ein starker Wachstumsmarkt in Deutschland und der Europäischen Union. Allein in Deutschland sind nach Berechnungen der Enquete-Kommission "Kultur in Deutschland" rund 950.000 Menschen in diesem Sektor tätig. In der EU sind es rund sechs Millionen Menschen. Andererseits ist die Szene äußerst heterogen und die soziale Lage vieler Künstler und Kreative sehr angespannt. Im Durchschnitt haben Künstler und Publizisten nach Berechnungen der Künstlersozialkasse (KSK) ein Einkommen von rund 13.100 Euro im Jahr. Wollen wir die Kultur- und Kreativwirtschaft weiter stärken, müssen wir ebenso dafür sorgen, dass die Einkommen im Kultursektor verbessert und soziale Risiken verringert werden.

 

Aus Sicht der SPD ist es wichtig, dass sich die Förderung an die Klein- und Kleinstunternehmen richtet. Sie machen über 80 Prozent der Unternehmen in der Kultur- und Kreativwirtschaft aus. Ferner müssen bei einer Urheberrechtsreform die Belange der Urheber im Mittelpunkt stehen. Nur so kann die Vergütung künstlerisch-kreativer Leistungen auch in der digitalen Welt gesichert und verbessert werden. Schließlich ist die öffentliche Kulturförderung eine wichtige Voraussetzung für eine vitale Kultur- und Kreativwirtschaft. Eine ausgeprägte kulturelle Infrastruktur ist der zentrale Standortfaktor für diese Branche.