SPD: Nächste 10 Jahre für Alphabetisierung und Grundbildung nutzen

7,5 Millionen Menschen in Deutschland können nicht lesen und schreiben

Seit 2011 liegen die Zahlen auf dem Tisch: 7,5 Millionen Menschen, die in Deutschland leben können nicht lesen oder sie verstehen nicht, was sie lesen. Das sind 14,5 Prozent der 18- bis 64-Jährigen. Sie sind sogenannte funktionale Analphabeten und Analphabetinnen. Die SPD will, dass diese Menschen besser in die Gesellschaft integriert werden. Doch die Maßnahmen der Bundesregierung reichen dazu nicht aus. Deshalb fordert die SPD-Fraktion eine nationale Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung. Einen Antrag dazu haben die Sozialdemokraten und Sozialdemokratinnen bereits Anfang Mai in den Bundestag eingebracht. Bereits 2009 hatte sich die SPD im Petitionsausschuss dafür stark gemacht, dass Behörden so mit den Bürgerinnen und Bürgern kommunizieren, dass es auch alle verstehen.

Auch die Bildungspolitikerinnen und-politiker der SPD-Fraktion wollen, dass sich die Bundesregierung in den nächsten 10 Jahren besonders anstrengt, damit die Zahl der Analphabetinnen und Analphabeten mindestens halbiert werden kann. Denn sie sind in unserer Gesellschaft stark benachteiligt. Oft können sie die Texte auf Verpackungen nicht lesen. Die Sprache der Behördenbriefe verstehen sie erst recht nicht und sie können Antragsformulare nicht ohne Hilfe von anderen ausfüllen. Viele der Betroffenen können zwar einzelne Sätze lesen und schreiben, aber sie können sich die Zusammenhänge längerer Texte nicht erschließen.

Menschen, die schlecht lesen und schreiben können, ist es auch unangenehm, andere um Hilfe zu bitten. Sie haben Angst davor, für dumm gehalten zu werden. Dabei tragen sie meist selbst keine Schuld daran, dass sie Schwächen beim Lesen und Schreiben haben. Und dass sie es in der Schule nicht richtig gelernt haben. Diese Menschen fühlen sich ausgeschlossen und sie haben schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Denn sie haben große Schwierigkeiten, Bewerbungen zu schreiben.

Hilfe für Analphabetinnen und Analphabeten ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit

Deshalb ist es für die SPD-Bundestagsfraktion auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit, dass es in Deutschland weniger Analphabetinnen und Analphabeten gibt. Daran sollen in den kommenden 10 Jahren die Bundesebene, die Bundesländer und die Städte und Gemeinden gemeinsam arbeiten. Auch die Arbeitsagenturen, die Träger sozialer Einrichtungen (z. B. Kindergärten) und die Wirtschaft sollen dabei mitmachen. Folgende Forderungen stellt die SPD dazu an die Bundesregierung:

  • Es soll ein Netzwerk z.B. aus Schulen und Volkshochschulen aufgebaut werden. Das Netzwerk soll stabil sein und sich langfristig dafür einsetzen, dass alle Menschen Lesen und Schreiben lernen können.
  • Um das zu schaffen muss es mehr Kurse geben. Heute gibt es nur 30.000 Plätze. Das reicht nicht aus. Deshalb soll es mindestens 100.000 Plätze geben.
  • Auch die Ausbildung und Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrern muss verbessert werden, damit sie ihren Schülerinnen und Schülern besser lesen und schreiben beibringen können.
  • Die Kursangebote für Menschen, die nicht lesen und schreiben können, sollen in einfach verständlicher Sprache formuliert werden. Und die Betroffenen sollen sich nicht schlechter fühlen als die anderen. Sondern sie sollen Lust bekommen, lesen und schreiben zu lernen.
  • Allen Menschen soll klar gemacht werden, warum manche nicht richtig lesen und schreiben können. Die Betroffenen sollen Mut bekommen, sich helfen zu lassen. Und die, die lesen und schreiben können, sollen sie dabei unterstützen.
  • Damit das alles auch bezahlt werden kann, muss genug Geld bereit gestellt werden.

Die SPD-Bundestagsfraktion hat jetzt ihren Antrag „Alphabetisierung und Grundbildung in Deutschland fördern – Für eine nationale Bildungsdekade“ in einfache Sprache übersetzt.

Hier finden Sie den Antrag in einfacher Sprache.

    • Pressemitteilung
      Nr.
      922
      In Deuschland haben 7,5 Millionen Menschen Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben. Diese hohe Zahl an funktionalem Analphebatismus ist erschreckend und alarmierend. Deswegen setzt sich die SPD-Bundestagsfraktion verstärkt für diese Menschen und deren bessere gesellschaftliche Teilhabe ein und fordert eine Dekade der Alphabetisierung. Dies muss eine gemeinsame Kraftanstrengung aller relevanten Akteure aus Politik, Wirtschaft, Medien und Verbänden sein, um schrittweise die Zahl der Menschen mit Lese- und Rechtschreibschwäche deutlich zu reduzieren, erklären Dagmar Ziegler, Ernst Dieter Rossmann und Oliver Kaczmarek.
    • Pressemitteilung
      Nr.
      533
      In Deutschland gibt es 7,5 Millionen funktionale Analphabeten. Damit diese Menschen endlich besser in die Gesellschaft integriert werden, muss von der Politik mehr Engagement, Kooperation und finanzieller Einsatz gezeigt werden. Was die Bundesregierung bisher vorgelegt hat, ist unzureichend. Deshalb fordert die SPD-Bundestagsfraktion die Umsetzung einer nationalen Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung, erklären Oliver Kaczmarek und Ernst Dieter Rossmann.
    • Pressemitteilung
      Nr.
      122
      In Deutschland leben rund 7,5 Millionen funktionale Analpha­beten. Damit sie nicht länger am Rande der Gesellschaft leben, fordert die SPD-Bundestagsfraktion jetzt einen umfassenden Alpha-Pakt für Grundbildung. Wenn Deutschland ernsthaft den Anspruch einer „Bildungsrepublik“ hat, muss die Bekämpfung des Analphabetismus endlich angegangen werden, erklären Ernst-Dieter Rossmann und Oliver Kaczmarek.
    • Pressemitteilung
      Nr.
      1131
      Angesicht der hohen Zahl von funktionalen Analphabeten in Deutschland ist dringend Handlungsbedarf geboten. Doch der von Bildungsministerin Schavan groß angekündigte Grundbildungspakt mit den Ländern kommt nicht voran. Und die ursprünglich in Aussicht gestellte Finanzierung der diesjährigen Fachtagung Alphabetisierung ist gestrichen, kritisieren Ernst Dieter Rossmann und Oliver Kaczmarek.
    • Pressemitteilung
      Nr.
      1015
      Der von Schavan vorgelegte Haus­haltsansatz von 8,5 Mio. Euro für die Alphabetisierungsforschung ist unzu­reichend und zielt nicht auf aktive Hilfe für die Betroffenen. Die SPD wird bereits für den Haushalt 2012 zusätzlich 20 Mio. Euro für echte Förder­maßnahmen beantragen, sagen Ernst Dieter Rossmann und Oliver Kaczmarek.
    • Pressemitteilung
      Nr.
      466
      Angesichts von 7,5 Millionen vom funktionalen Analphabetismus betroffener Menschen fragt man sich, wieso die Bundesregierung so untätig bleibt. Die Herausforderung ist enorm, die Analyse liegt vor, die Instrumente und Einrichtungen sind vorhanden und auch die Kompetenz des Bundes, hier einen Lösungsbeitrag leisten zu können, ist unbestritten. Ernst Dieter Rossmann fordert von der Bundesregierung die Initiative zu ergreifen und einen „Pakt für Alphabetisierung“ auf den Weg zu bringen.
    • Pressemitteilung
      Nr.
      227
      Eine heute vorgestellte Studie stellt fesst: Es gibt in Deutschland 7,5 Millionen funktionale Analphabeten. Die SPD-Fraktion hatte bereits im vergangenen Jahr vorgeschlagen, mindestens 10 Millionen Euro für eine Sonderprogramm zur Alphabetisierung in den Haushalt einzustellen. Bildungsministerin Schavan lehnt das bisher ab. Swen Schulz fordert sie auf, ihren Widerstand angesichts der neuen Zahlen endlich aufzugeben.