17/9564 Antrag Alphabetisierung und Grundbildung in Deutschland fördern - Für eine nationale Alphabetisierungsdekade
09.05.2012Link aufrufen
(Foto: picture alliance / dpa )
Seit 2011 liegen die Zahlen auf dem Tisch: 7,5 Millionen Menschen, die in Deutschland leben können nicht lesen oder sie verstehen nicht, was sie lesen. Das sind 14,5 Prozent der 18- bis 64-Jährigen. Sie sind sogenannte funktionale Analphabeten und Analphabetinnen. Die SPD will, dass diese Menschen besser in die Gesellschaft integriert werden. Doch die Maßnahmen der Bundesregierung reichen dazu nicht aus. Deshalb fordert die SPD-Fraktion eine nationale Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung. Einen Antrag dazu haben die Sozialdemokraten und Sozialdemokratinnen bereits Anfang Mai in den Bundestag eingebracht. Bereits 2009 hatte sich die SPD im Petitionsausschuss dafür stark gemacht, dass Behörden so mit den Bürgerinnen und Bürgern kommunizieren, dass es auch alle verstehen.
Auch die Bildungspolitikerinnen und-politiker der SPD-Fraktion wollen, dass sich die Bundesregierung in den nächsten 10 Jahren besonders anstrengt, damit die Zahl der Analphabetinnen und Analphabeten mindestens halbiert werden kann. Denn sie sind in unserer Gesellschaft stark benachteiligt. Oft können sie die Texte auf Verpackungen nicht lesen. Die Sprache der Behördenbriefe verstehen sie erst recht nicht und sie können Antragsformulare nicht ohne Hilfe von anderen ausfüllen. Viele der Betroffenen können zwar einzelne Sätze lesen und schreiben, aber sie können sich die Zusammenhänge längerer Texte nicht erschließen.
Menschen, die schlecht lesen und schreiben können, ist es auch unangenehm, andere um Hilfe zu bitten. Sie haben Angst davor, für dumm gehalten zu werden. Dabei tragen sie meist selbst keine Schuld daran, dass sie Schwächen beim Lesen und Schreiben haben. Und dass sie es in der Schule nicht richtig gelernt haben. Diese Menschen fühlen sich ausgeschlossen und sie haben schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Denn sie haben große Schwierigkeiten, Bewerbungen zu schreiben.
Deshalb ist es für die SPD-Bundestagsfraktion auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit, dass es in Deutschland weniger Analphabetinnen und Analphabeten gibt. Daran sollen in den kommenden 10 Jahren die Bundesebene, die Bundesländer und die Städte und Gemeinden gemeinsam arbeiten. Auch die Arbeitsagenturen, die Träger sozialer Einrichtungen (z. B. Kindergärten) und die Wirtschaft sollen dabei mitmachen. Folgende Forderungen stellt die SPD dazu an die Bundesregierung:
Die SPD-Bundestagsfraktion hat jetzt ihren Antrag „Alphabetisierung und Grundbildung in Deutschland fördern – Für eine nationale Bildungsdekade“ in einfache Sprache übersetzt.
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