Ein Kommentar von Maxim Loboda

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jugendpressetage der SPD-Fraktion waren aufgefordert, einen Kommentar zu schreiben, weshalb der Klimaschutz sozial gerecht gestaltet werden muss. Die besten vier Beiträge veröffentlicht spdfraktion.de nun.

Soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz – zwei scheinbar miteinander unvereinbare Politika des 21. Jahrhunderts.

In Zeiten von Wetterextremen, Umweltkatastrophen und stetig wachsender Disparitäten zwischen Arm und Reich wird die Menschheit politisiert und mit der Frage konfrontiert, welche dieser wichtigen Herausforderungen Vorrang hat und wer die beste Antwort auf diese hat.

Wir sollten uns jedoch nicht nur die Frage stellen, was am wichtigsten ist – vielmehr sollten wir uns fragen, wie wir alles Wichtige erkennen, wie wir es angehen und folglich, wie wir Antworten auf das eine Wichtige finden, ohne das andere Wichtige außer Acht zu lassen.

So verhält es sich auch mit einem sozial gerechten Klimaschutz – das eine Wichtige, soziale Gerechtigkeit, funktioniert nicht ohne das andere Wichtige, Klimaschutz. Das Ausmaß an irreversiblen Schäden, die wir unserer Erde stets zuführen, ist groß und schnellstmöglich zu mäßigen – da ist sich die Wissenschaft einig.

Auch soziale Gerechtigkeit ist in Zeiten von immer größer werdenden Disparitäten allgegenwärtig und ein integraler Teil unserer politischen Agenda. Es muss ein Paradigmenwechsel stattfinden, der die Menschen zum Schutz des Klimas verleitet. Das passiert jedoch nur dann, wenn Menschen, denen es ohnehin nicht sonderlich gut geht, nicht noch mehr verboten und genommen wird.

Auf die aktive Beteiligung vor Ort kommt es an

Im Gegenteil: Klimaschutz muss belohnt werden – jeder, der sich aktiv am Klimaschutz beteiligt, verdient Prestige. Die kommunale Energiewende eignet sich hierfür besonders, denn hier kommt es auf die aktive Beteiligung vor Ort an. Menschen, die sich beteiligen, zum Beispiel an Bürgerwindparks, sollten belohnt werden – indem sie beispielsweise am Erfolg partizipieren.

Ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung des sozial gerechten Klimaschutzes wäre das Zusammenbringen von Wirtschaft und Umwelt. Mit dem Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft wären Umwelt und Wirtschaft ein Stück weit mehr miteinander vernetzt – es wäre ein Meilenstein für die Vereinbarkeit von Arbeit, Wirtschaft und Umwelt.

Auch und vor allem die Beschleunigung der Energiewende wäre ein wichtiger Fortschritt in Richtung eines sozial gerechten Klimaschutzes – die Ziele müssen ambitionierter werden. Wir müssen uns von alten und gefährlichen Energieantrieben lösen und zu alternativen Antrieben finden, die dem Klima guttun und finanzierbar sind – erneuerbare Energien müssen langfristig günstiger werden.

Auf der einen Seite bringt die Energiewende erneuerbare Energien, die eine Wohltat für unser Klima sind – auf der anderen Seite schafft die Energiewende wertvolle Arbeitsplätze, die eine Wohltat für die Arbeiterschaft sowie für unsere Konjunktur sind.

Verbote sind nicht das Allheilmitel

Auf dem ersten Blick erscheint die Vereinbarkeit von sozialer Gerechtigkeit und Klimaschutz als unmöglich – doch das Zusammenbringen dieser Topthemen ist die fordernde Aufgabe unserer Zeit, welcher sich die Politik endlich stellen muss, um das Klima zu schützen und zeitgleich gewohnte Lebensqualität sowie Stabilität zu garantieren.

Verbote und Reglementierungen allein sind gewiss nicht die Allheilmittel, um Klimaprobleme zu lösen. Sie schaffen meist nur Ungerechtigkeit und selten einen signifikanten Nutzen für den Klimaschutz – besonders die Schwachen unserer Gesellschaft sind von solchen Eingriffen betroffen.

Somit ist für mich klar: Klimaschutz kann nur dann langfristig funktionieren, wenn er sozial gerecht stattfindet.