SPD: Sportart hilft bei Integration

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) berät über den Ausschluss der traditionellen Sportart Ringen von den Olympischen Spielen. Von den Spielen 2020 an, um deren Austragung die Städte Tokio, Istanbul und Madrid werben, sollen die Ringer nicht mehr auf der Matte im Kampf um das begehrte Edelmetall kämpfen. Das empfiehlt das Exekutivkomitee des IOC, Gründe dafür wurden aber nicht genannt. Der Deutsche Bundestag ist mehrheitlich dagegen.

Bereits bei den Olympischen Spielen in der Antike habe sich das Ringen besonderer Aufmerksamkeit erfreut und solle als kulturelles Erbe der Olympischen Spiele erhalten bleiben, heißt es von Seiten der SPD. Die Fraktionen der SPD, CDU/CSU, Grünen und FDP setzen sich in einem gemeinsamen Antrag für einen Verbleib des Ringens bei den Olympischen Spielen ein. Das Interesse an dem Sport ist ungebrochen und nimmt als Breitensport eine wichtige Stellung in Deutschland ein. Über den Wert des Spitzensports hinaus trägt Ringen zur gesellschaftlichen Integration bei, auch aufgrund der großen Beliebtheit bei zugewanderten Menschen.

Im Moment tauschen sich der Deutsche Ringerbund (DRB) und der Internationale Ringerbund (FILA) im engen Kontakt mit dem IOC aus. Sie möchten Lösungswege finden, um die Sportart Ringen weiterhin als Bestandteil der Olympischen Spiele zu etablieren. Die Bundestagsfraktionen wollen dafür sorgen, dass unter Beachtung der Autonomie des Sports und der legitimen Interessen mitbewerbender Sportarten der DRB von der Politik bei der Erarbeitung internationaler Reformvorschläge unterstützt wird. Dazu soll auf der 5. UNSECO Weltsportkonferenz über den drohenden Ausschluss der Sportart debattiert und Auswege gefunden werden. Der Ringer-Weltverband hat indes angekündigt, die eigene Arbeit und die der Verbände zu prüfen und gegebenenfalls einige Umstrukturierungen vorzunehmen.

Sport ist seit jeher autonom. Die Sportverbände geben sich eigene Richtlinien, Verfahren, Regeln. Die letzte Entscheidungsinstanz über den Verbleib der Sportart Ringen liegt bei den Funktionären der Verbände und den Ausrichtern der Sportveranstaltung, in diesem Fall das IOC. Aufgrund der Autonomie des Sport kann die Politik nur für das Ringen werben.

Auch die USA und Russland haben sich für den Erhalt des Ringens bei den Olympischen Spielen ausgesprochen. Die Bundesregierung solle sich im Rahmen einer internationalen Sportpolitik für einen grenzüberschreitenden Austausch jeglicher Verbände und Regierungen einsetzen, fordert die SPD-Bundestagsfraktion. Das IOC wird über den Fall bei der Vollversammlung am 13. September in Buenos Aires abschließend beraten. Sabine Bätzing-Lichtenthäler ist die zuständige Berichterstatterin für das Thema in der AG Sport.

Thilo Kühne