3. Änderung des Bundesfernstraßenmautgesetzes diskutiert

LKW-Maut soll ausgedehnt werden

Die LKW-Maut soll künftig auf weitere Straßen und auf Fahrzeuge mit einem geringeren Gewicht ausgedehnt werden. Ein entsprechender Gesetzentwurf der Regierung ist am Donnerstagabend in 1. Lesung im Bundestag beraten worden.
Mautschild vor LKW

Derzeit wird auf ca. 12.800 km Bundesautobahnen und ca. 1200 km Bundesstraßen eine LKW-Maut erhoben. Die Mautpflicht besteht für Fahrzeuge ab einem zulässigen Gesamtgewicht von 12 Tonnen. Die LKW-Maut wird alle vier Jahre auf Grundlage eines sogenannten Wegekostengutachtens berechnet. Die Mauthöhe muss sich nach Maßgabe der einschlägigen EU-Richtlinie an den tatsächlichen Wegekosten orientieren (EU-Richtlinie 1999/62/EG, zuletzt geändert durch Richtlinie 2011/76/EU). Zu den Wegekosten zählen insbesondere die Kosten für den Bau, Ausbau, Erhalt und Betrieb des bemauteten Straßennetzes.

LKW-Maut für vierspurige Bundesstraßen und weitere Fahrzeugklassen

Aufgrund des neuen Wegekostengutachtens wurden zum 1. Januar 2015 die Mautsätze gesenkt. Mit einer Änderung des sogenannten Bundesfernstraßenmautgesetzes (Drs. 18/3923) will die Bundesregierung die Einnahmeausfälle in der LKW-Maut kompensieren. Dazu soll zum 1. Juli 2015 die Mautpflicht auf weitere ca. 1100 km vierspurige Bundesstraßen ausgedehnt werden. Außerdem sollen weitere Fahrzeugklassen mautpflichtig werden. Dafür wird zum 1. Oktober 2015 die Mautpflichtgrenze abgesenkt: von 12 Tonnen auf 7,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht.

Einnahmenmodell bleibt „Verkehr finanziert Verkehr“

Bei den Einnahmen setzt die Koalition weiterhin auf das Prinzip „Verkehr finanziert Verkehr“. Die Mautgebühren der Lastwagen werden eins zu eins wieder in die Verkehrswege investiert. „Unser Ziel bleibt es, ab 2018 die LKW-Maut wie im Koalitionsvertrag vereinbart auf alle Bundesstraßen auszudehnen“, betonte der zuständige Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion Sebastian Hartmann.

    • Pressemitteilung
      Nr.
      258
      Wenn Bundesstraßen der Mautpflicht unterliegen, verlagert sich der Lkw-Verkehr zurück auf die Autobahnen. Das entlastet Mensch und Umwelt und erhöht die Verkehrssicherheit. Die Länder müssen bei der langfristigen Auswertung der Verkehrszahlen mitwirken, sagt Sebastian Hartmann.
    • Pressemitteilung
      Nr.
      853
      Gegen das Nomadentum auf den Autobahnen und Rastplätzen, wo LKW-Fahrerinnen und -Fahrer über Monate fern ihres Heimatlandes unter unwürdigen Bedingungen arbeiten und leben müssen, werden wir im kommenden Jahr aktiv werden. Der Bundestag hat in seiner gestrigen Sitzung Änderungen zum Fahrpersonalgesetz beschlossen, und im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur wurde am Mittwoch diese wichtige Festlegung zum weiteren Vorgehen für den Schutz getroffen, erklärt Udo Schiefner.
    • Pressemitteilung
      Nr.
      54
      In der Sondersitzung des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur hat die neue Verkehrskommissarin Violetta Bulc die Bekämpfung des Sozialdumpings im Transportbereich als eines ihrer wichtigsten Ziele genannt. Die SPD hat gemeinsam mit dem Koalitionspartner einen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro beschlossen, dieser gilt seit dem 1. Januar 2015 und uneingeschränkt auch für den Transportsektor, erklärt Udo Schiefner.
    • Statement von Sören Bartol
      Sören Bartol, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, kommentiert die Entscheidung von Bundesminister Alexander Dobrindt zur Zukunft des Lkw-Maut-Betreibervertrags mit Toll Collect:
    • Statement von Sören Bartol
      Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Sören Bartol erwartet von der Bundesregierung, dass sie wie im Koalitionsvertrag vereinbart, die Ausdehnung der Lkw-Maut auf alle außerörtlichen Bundesfernstraßen vorbereitet. Nur so seien Mehreinnahmen zu erwarten.