Die Unsicherheit an den Energiemärkten führt zu drastisch gestiegenen Energiepreisen, die besonders Menschen mit geringerem Einkommen stark belasten. Daher hat die Ampel-Koalition eine deutliche Steigerung des Heizkostenzuschusses auf 270 Euro für Empfängerinnen und Empfänger von Wohngeld beschlossen. Für einen Zwei-Personen-Haushalt gibt es 350 Euro, für jedes weitere Familienmitglied 70 Euro. BAföG-Empfängerinnen und Empfänger sowie Auszubildende, die staatliche Hilfen erhalten, bekommen 230 Euro. Sie müssen nun keinen Antrag auf den einmaligen Zuschuss stellen. Insgesamt stellt der Bund etwa 370 Millionen Euro zur Verfügung und es profitieren schätzungsweise etwas mehr als Millionen Menschen. 

Ursprünglich hatte sich die Ampel-Koalition auf einen Zuschuss von 135 Euro für Wohngeldbeziehende geeinigt. Vor dem Hintergrund der Preisentwicklungen für Energie und Wärme war das jedoch nicht mehr zu halten. "Wir wissen, dass gerade einkommensschwächere Haushalte unter den steigenden Energiepreisen leiden. Doch niemand sollte in einer kalten Wohnung leben müssen, darum bringen wir den Zuschuss noch in dieser Woche auf den Weg", sagte Verena Hubertz, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion.

Sie rechne mit einer Auszahlung spätestens zum Ende des Jahres, wenn die Nebenkostenabrechnungen anstehen. "So wichtig der Heizkostenzuschuss ist, müssen wir auch die Belastungen von Familien im Blick behalten, die keinen Anspruch auf Wohngeld haben. Auch viele Unternehmen leiden unter den hohen Energiepreisen. Hier werden wir zügig weitere Entlastungen, auch über das bereits beschlossene Entlastungspaket hinaus, auf den Weg bringen", so Hubertz. 

Der Heizkostenzuschuss soll so einfach wie möglich ausgezahlt werden. Langwierige Antrags- und Prüfungsverfahren sollen vermieden werden. Darum erfolgt die Auszahlung des Zuschusses an rund 710.000 Haushalte mit Wohngeldbezug, an 370.000 Studierende mit BAföG sowie an 50.000 Bezieherinnen und Bezieher von Aufstiegs-BAföG und an 65.000 Personen mit Berufsausbildungsbeihilfe automatisch. Eine Beantragung ist damit nicht mehr notwendig. Für die SPD-Bundestagsfraktion ist der Heizkostenzuschuss ein klares Signal: Sowohl bezahlbares als auch klimagerechtes Wohnen ist wichtig. Beides darf man nicht gegeneinander ausspielen.