Bilanz 2017 - 2019

Gute Gesundheitsversorgung darf nicht davon abhängen, ob man in der Stadt oder auf dem Land wohnt, ob man privat oder gesetzlich versichert ist. Deshalb stärken wir die gesetzlich Krankenversicherten und die ärztliche Versorgung in ländlichen Regionen.

Schnellere Arzttermine für gesetzlich Versicherte

Wir sorgen für schnellere Arzttermine und längere Sprechzeiten für gesetzlich Versicherte. Die Terminservicestellen der kassenärztlichen Vereinigungen vermitteln künftig nicht nur Termine in fachärztlichen und psychotherapeutischen Praxen, sondern sind auch rund um die Uhr für die ambulante Versorgung und für Notfälle ansprechbar.

Sie unterstützen auch bei der Suche nach einem dauerhaft versorgenden Haus- oder Kinderarzt. Termine können auch per App vereinbart werden.

Ärztinnen und Ärzte werden verpflichtet, für gesetzlich Versicherte mindestens 25 (statt bisher 20) Stunden Sprechzeit pro Woche anzubieten. Davon müssen Fachärztinnen und Fachärzte fünf Stunden als offene Sprechzeiten anbieten. Die Behandlung von gesetzlich versicherten Patientinnen und Patienten wird besser vergütet. Außerdem steigern wir die Verbreitung der medizinisch sinnvollen Hausarztverträge.

 

Entlastung von gesetzlich Versicherten

Der bislang einseitig von den Beschäftigten zu zahlende Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung wird seit Januar 2019 wieder zur Hälfte von den Arbeitgebern gezahlt. Für Selbständige, die freiwillig gesetzlich versichert sind, wurde der Mindestbeitrag mehr als halbiert. Aus dem Dienst ausscheidende Soldatinnen und Soldaten auf Zeit haben ein Beitrittsrecht zur freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung. Auch „Altfälle“, die seit dem 15. März 2012 ausgeschieden sind, können in die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung wechseln.

 

Mehr Ärztinnen und Ärzte auf dem Land

Um die medizinische Versorgung auf dem Land zu verbessern, erhalten Ärztinnen und Ärzte in unterversorgten Regionen künftig Zuschläge. Die kassenärztlichen Vereinigungen werden verpflichtet, in solchen Gebieten eigene Praxen oder mobile und telemedizinische Versorgungsalternativen anzubieten. Krankenhäuser in dünn besiedelten Regionen werden ab 2020 mit zusätzlich 400.000 Euro pro Klinik gefördert. Bundesweit werden etwa 120 Krankenhäuser gefördert.

 

Chancen der Digitalisierung nutzen

Patientinnen und Patienten sollen die Möglichkeiten der Digitalisierung im Gesundheitswesen stärker nutzen können. Deshalb müssen die Krankenkassen spätestens von 2021 an eine elektronische Patientenakte zur Verfügung stellen. Medizinische Daten sind dann auch per Smartphone oder Tablet abrufbar.

Geprüfte Gesundheits-Apps können künftig als Kassenleistung verschrieben werden. Außerdem haben wir das elektronische Rezept und den digitalen Krankenschein auf den Weg gebracht.

 

Bessere Versorgung mit Heil­ und Hilfsmitteln

Wir verbessern die Versorgung mit Heilmitteln. Das sind medizinische Leistungen wie Physio- oder Ergotherapien. Solche Therapien müssen ärztlich verschrieben werden. Künftig können die behandelnden Therapeutinnen und Therapeuten aber eigenverantwortlich über die konkreten Therapiemaßnahmen entscheiden. Außerdem werden sie besser bezahlt. Auch die Versorgung mit qualitativ hochwertigen Hilfsmitteln, wie etwa mit Rollstühlen oder Hörgeräten, wird verbessert.

 

Masern zurückdrängen

Masern gehören zu den ansteckendsten Infektionskrankheiten. Um die Zahl der Masernfälle zu reduzieren, haben wir eine Impfpflicht beschlossen. Neben Kindern müssen künftig die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kitas und Schulen, medizinischen Einrichtungen und Gemeinschaftseinrichtungen geimpft sein. Darunter fallen zum Beispiel auch Asylbewerberheime, Flüchtlingsunterkünfte und Ferienlager.

 

Ausbildung zur Hebamme wird attraktiver

Hebammen werden künftig in einem dualen Studium mit hohem Praxisanteil ausgebildet und während der Ausbildung vergütet. Damit wird den hohen Anforderungen an Hebammen im komplexer werdenden Gesundheitssystem entsprochen, und die Ausbildung wird attraktiver.

 

Psychotherapie wird Studienfach

Der psychotherapeutischen Behandlung kommt eine wachsende Bedeutung in unserem Gesundheitssystem zu. Um die psychotherapeutische Versorgung zu stärken, haben wir die Berufsausbildung zur Psychotherapeutin und zum Psychotherapeuten grundlegend modernisiert.

Die Neuregelung ermöglicht ein Direktstudium der Psychotherapie. Voraussetzung für die Approbation ist demnach künftig ein eigenständiges Masterstudium.

 

Sicherheit in der Arzneimittelversorgung

Wir setzen uns für mehr Sicherheit in der Versorgung mit Arzneimitteln und Medizinprodukten ein. Seit September 2019 hat der Bund mehr Befugnisse bei Arzneimittelrückrufen und Kontrollen der Hersteller in Drittstaaten.