Rund 300 Gäste waren der Einladung in das Foyer des Paul-Löbe-Hauses gefolgt, weitere nutzten die Online-Teilnahme der zugleich gestreamten Veranstaltung.
Nach einführenden Impulsen durch den Fraktionsvorsitzenden Dr. Matthias Miersch, sowie Armand Zorn, stellvertretender Fraktionsvorsitzender für Energie, moderierte die Energiepolitische Sprecherin Dr. Nina Scheer eine Podiumsdiskussion zu den systemischen Herausforderungen der Energiewende. Es diskutierten Dr. Christine Falken-Großer, Bundesverband Erneuerbare Energie e.V., Dr. Michael Ritzau, BET Consulting GmbH, Frederik Moch, DGB und Robert Busch, Bundesverband Neue Energiewirtschaft e.V..
Sowohl in den Impulsen als auch der sich anschließenden Diskussion wurden mögliche Beschränkungen Erneuerbarer Energien in Ziel und Steuerungseffekt abgelehnt. Gerade mit Blick auf die Auswirkungen des Iran Krieges ginge es nun erst recht um den beschleunigten systemischen Umstieg auf Erneuerbare Energien. Intensiv wurde dabei unter Bezugnahme auf ein BET-Gutachten auch auf das Modell der Systemdienlichen Anschlussleistung eingegangen.
Im Mittelpunkt der Diskussion standen der sogenannte Redispatch-Vorbehalt, der sowohl auf dem Panel als auch unter den Teilnehmenden kritisch gesehen wurde, sowie die künftige Förderausgestaltung für Erneuerbare Energien.
Die Diskussion, an der sich auch die Teilnehmenden aus Energiewirtschaft, Wissenschaft, Gewerkschaften und Verbänden rege beteiligten, machte deutlich: Der Ausbau der Erneuerbaren Energien bleibt zentral für Versorgungssicherheit, bezahlbare Energiepreise und die strategische Unabhängigkeit Deutschlands und Europas. Intensiv diskutiert wurden dabei verschiedene Ansätze zur besseren Synchronisierung von Erneuerbaren Energien und Netzausbau. Auch Maßgaben zur Kapazitätssicherung wurden behandelt.
Der derzeit viel diskutierte Redispatch-Vorbehalt wurde von vielen Beteiligten kritisch bewertet, da er hohe Risiken für die Investitionsbedingungen Erneuerbarer Energien mit sich bringt. Zugleich bestand breite Einigkeit darüber, dass ein stärkerer Ausbau von Netzen, Speichern und Flexibilitäten notwendig ist, um die Marktintegration der Erneuerbaren Energien weiter voranzutreiben und die Systemkosten zu senken.
In den anschließenden Tischdiskussionen und hier vertretenen Fachpolitiker:innen der Fraktion wurden zentrale Fragen zur weiteren Ausgestaltung der Energiewende vertieft, darunter EEG, Netzpaket und Kapazitätssicherung mit Nina Scheer, MdB; GMG/Wärmeplanung mit Helmut Kleebank, MdB; der Wasserstoffhochlauf mit Mahmut Özdemir, MdB; die Digitalisierung der Energiewende mit Daniel Bettermann, MdB; Wind-Offshore mit Dunja Kreiser, MdB, sowie Kohleausstieg/Strukturwandel mit Martin Kröber, MdB. Der Abend zeigte: Die Energiewende muss gerade in geopolitisch unsicheren Zeiten entschlossen und investitionsfreundlich weitergeführt werden.