Ein Ende der teilweise chaotischen Zustände im Bereich der Hochschulzulassung ist nicht in Sicht. Studienbewerber müssen sich aufgrund von Zulassungsbeschränkungen für mehrere Studiengänge bewerben und dafür mehrfach Bewerbungsunterlagen an verschiedenen Hochschulen schicken. Ein hochschulübergreifender Abgleich von Zu- und Absagen findet nicht statt. Das führt nicht nur zu einer hohen Belastung für Studieninteressierte, sondern auch zur unvollständigen Ausschöpfung der ohnehin knappen Studienkapazitäten.

Um Mehrfachbewerbungen besser zu koordinieren und die Zulassungen bundesweit zwischen den Hochschulen abzugleichen, haben Bundesregierung, Länder und Hochschulen den jungen Menschen schon vor Jahren versprochen, ein modernes „dialogorientiertes Zulassungsverfahren“ via Internet (DoSV) einzuführen. Sie haben ihr Versprechen bis heute nicht einhalten können. Mehrfach musste der Start des neuen Systems verschoben werden – zuletzt von Herbst 2012 auf Herbst 2013.

Die SPD-Bundestagsfraktion hat die Einführung des Online-Zulassungsverfahrens immer unterstützt und auf eine rasche Umsetzung gedrängt. In einem Antrag bekräftigt sie jetzt noch einmal die Dringlichkeit dieses Systems für Studierende und Hochschulen – und kritisiert insbesondere das Projektmanagement der Bundesregierung. Als besonders folgenreich wirke sich unter anderem die Fehlentscheidung von Bundesregierung und Stiftungsrat aus, auf eine Ersatzstrategie zu verzichten.

Die Sozialdemokraten fordern die Bundesregierung auf, sich dafür einzusetzen, dass das neue Serviceverfahren vollständig zum Wintersemester 2013/14 eingeführt wird. Der Regierung soll für die Entwicklung und Implementierung der Software eine Kostenübernahme durch den Bund anbieten. Außerdem soll die Regierung darauf hinwirken, dass bereits jetzt ein Ersatzplan erarbeitet wird, mit dem im Bedarfsfall vorübergehend eine alternative technische Lösung zur Verfügung steht. Zudem soll untersucht werden, welche Ursachen und Fehlentscheidungen bislang zum Misserfolg des Projekts geführt haben, damit solche Fehler künftig vermieden werden.