Landwirtschaft an neue Klimabedingungen anpassen

Am Donnerstag hat der Bundestag einem Antrag der Koalitionsfraktionen zugestimmt (Drs. 19/10147), in dem die Bundesregierung dazu aufgefordert wird, Rahmenbedingungen für einen digitalen Wandel in der Landwirtschaft zu schaffen.

Weltweit ist die Landwirtschaft in hohem Maße vom Klimawandel betroffen. Auch in Deutschland sind Land- und Forstwirte immer häufiger extremen Wettersituationen ausgesetzt. Dieser Trend wird sich in den kommenden Jahrzehnten fortsetzen. Um sich an diese neuen Bedingungen anzupassen, muss sich die Landwirtschaft verändern. Land- und Forstwirte werden in Zukunft ressourcenschonender und nachhaltiger wirtschaften müssen.

Die Möglichkeiten der Digitalisierung können dazu einen bedeutenden Beitrag leisten. Schon heute ist es mit digitalen Mitteln möglich, Dünger und Pflanzenschutzmittel zielgenauer und sparsamer einzusetzen, das Wohlergehen der Tiere zu verbessern und den Schutz der Umwelt zu erhöhen.

In ihrem Antrag fordern die SPD- sowie die Unionsfraktion die Bundesregierung auf, diese digitale Revolution in der Landwirtschaft strukturell zu fördern. Um den breiten Einsatz der neuen Werkzeuge zu ermöglichen, sei es von besonderer Bedeutung, den Breitbandausbau auf dem Land zu intensivieren. Der flächendeckende Ausbau von LTE-Netzen soll beschleunigt und perspektivisch 5G in die breite Fläche gebracht werden.

Europaweit kompatible Datenmanagementsysteme

In Zukunft werden die über die Daten, die aus diesen digitalen Dienstleistungen hervorgehen, immer wichtiger werden. Denn wer Zugriff auf Daten hat, besitzt die Informationen, aus denen Wissen generiert und Einfluss auf Entscheidungen genommen wird. Bislang sind es jedoch vor allem die global agierenden Großunternehmen, die solche Datenbanken mit der nötigen finanziellen und personellen Kapazität entwickeln und unterhalten können.

Um die Dominanz einzelner globaler IT-Unternehmen im Bereich der Landtechnik zu vermeiden, fordern die Abgeordneten die Regierung auf, sich für universelle, offene und europaweit kompatible Datenmanagementsysteme und standardisierte Datenformate einzusetzen. Denn nur so können Landwirtinnen und Landwirte von einzelnen Großunternehmen unabhängig bleiben.

Den Landwirten sollen alle für die Bewirtschaftung des jeweiligen Betriebes relevanten Wetter-, Boden und andere Geodaten kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Das entlastet sie von einfachen Arbeitsaufgaben und Bürokratie, erhöht aber Produktivität und Produktqualität.

Zudem fordern die Abgeordneten die Bunderegierung auf, eine digitale „Agrar-Masterplattform“ zu prüfen. Sie soll ermöglichen, dass Dienstleister, Verwaltung und Landwirte direkt und rechtssicher miteinander kommunizieren. Das reduziert auf beiden Seiten den Zeit- und Kostenaufwand und ermöglicht neue vernetzte Geschäftsmodelle.

Die Bundesregierung soll in einem Forschungsprojekt untersuchen, welche technischen und rechtlichen Voraussetzungen für diese Projekte notwendig sind.

Das Wichtigste zusammengefasst:

Der digitale Wandel in der Landwirtschaft schreitet voran. Die Bundesregierung soll sich für den flächendeckenden Ausbau von Mobilfunknetzen einsetzen und die Einführung einer zentralen „Agrar-Masterplattform“ als zentrale Schnittstelle für landwirtschaftliche Dienstleistungen prüfen. Von Großunternehmen gesammelte landwirtschaftliche Daten sollen in Zukunft in offenen und standardisierten Datenformaten gespeichert werden.