„Der russische Angriffskrieg in der Ukraine, die erratische Zollpolitik der USA und nun der Krieg in Iran: wo wir auch hinschauen, Europa kann sich nicht schnell genug aus bestehenden strategischen Abhängigkeiten befreien. Mehr denn je sind wir angewiesen auf neue Handelsbeziehungen mit verlässlichen Partnern und auf stabile Lieferketten.
Die SPD-Bundestagsfraktion begrüßt deshalb das am 23. März in Canberra unterzeichnete Freihandelsabkommen zwischen der EU und Australien, das nach den Abkommen mit den Mercosur-Staaten und mit Indien ein weiterer, richtiger Schritt in Richtung europäische Unabhängigkeit ist. Zölle auf beiden Seiten werden abgeschafft und der Handel mit Waren, Dienstleistungen sowie gegenseitige Investitionen erleichtert.
Für die EU ist insbesondere der zollfreie Import von Rohstoffen wie Lithium, Kobalt, Wasserstoff und Seltenen Erden aus Australien von zentraler Bedeutung, denn wir benötigen sie dringend für die Transformation der Wirtschaft, den Erhalt der europäischen Wettbewerbsfähigkeit oder etwa die Digitalisierung. Mit dem Freihandelsabkommen werden die Zölle nicht nur auf diese Rohstoffe, sondern auch auf verarbeitete Produkte abgeschafft. Von den abgebauten Handelshemmnissen werden auch die deutsche Maschinenbau- und Chemieindustrie profitieren, die bereits nach Australien exportieren. Auch für die Autoindustrie und die Landwirtschaft ergeben sich neue Chancen.
Nach dem politischen Abschluss der Verhandlungen folgt nun die Arbeit an den rechtlichen Details und die Einlassung des Europäischen sowie des australischen Parlaments, die das Abkommen ratifizieren müssen. Angesichts der multiplen Krisen und geopolitischen Spannungen ist es im Interesse der SPD-Bundestagsfraktion, dass die Arbeit am Abkommen zügig voranschreitet.“