Statement von Gabriela Heinrich und Nils Schmid

Die Bitte Deutschlands um Vergebung an die Nachfahren der Herero und Nama ist ein wichtiger Schritt zur Anerkennung der deutschen kolonialen Verbrechen. 

„Heidemarie Wieczorek-Zeul war die erste, die sich als Mitglied einer deutschen Regierung offiziell für den von deutschen Soldaten begangenen Völkermord an den Hereros und Namas entschuldigte. Heute – 17 Jahre später – wurde eine Einigung zwischen Deutschland und Namibia sowie den Vertretern der Nama und den Herero bekannt gegeben. 

Die Anerkennung der Schuld des damaligen Deutschen Reiches, die offizielle Benennung der Verbrechen als Völkermord und vor allem auch die Bitte Deutschlands um Vergebung an die Nachfahren der Herero und Nama sind ein wichtiger Schritt zur Anerkennung der deutschen kolonialen Verbrechen. 

Die vereinbarten finanziellen Leistungen Deutschlands werden das verursachte Leid niemals aufwiegen können. Dennoch sind sie unverzichtbare Grundlage für die anstehende Versöhnungsarbeit. 

Ich hoffe sehr und bin auch zuversichtlich, dass die Einigung den Weg hin zu einer Aussöhnung zwischen Deutschland und Namibia und den Menschen in beiden Ländern ebnet.“

Nils Schmid, außenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion:

„Die deutsche Kolonialpolitik ist ein beschämendes Kapitel unserer Geschichte. Sie brachte unsägliches Unrecht, Unterdrückung und Verbrechen mit sich. 

Bundesaußenminister Maas und der namibischen Außenministerin Nandi-Ndaitwah gebührt Dank für die Ernsthaftigkeit der Gespräche, die zu diesem wichtigen Ergebnis geführt haben. Mit den nun zugesagten Mitteln soll ein Wiederaufbau- und Entwicklungsprogramm für Nachfahren der Nama und Herero aufgelegt werden. Zudem wird eine gemeinsam verwaltete Stiftung geschaffen, die Projekte zu Erinnerung, Versöhnung und Zukunftsgestaltung durchführen soll. Damit legen wir den Grundstein für eine noch tiefergehende Aussöhnung und eine Weiterentwicklung unserer Beziehungen. 

Klar bleibt aber: Unsere Verantwortung mit Blick auf die deutsche Kolonialgeschichte ist grundsätzlicher. Die zugesagten Mittel in Höhe von über einer Milliarde Euro schaffen Perspektiven vor Ort. Sie sind eine wichtige Geste, aber weder ein Schlussstrich, noch können sie ein Freikaufen von Schuld sein.“