Bärbel Kofler, Sprecherin der Arbeitsgruppe Wirtschaftliche Zusammenarbeit;
Sascha Raabe, zuständiger Berichterstatter:

Am 24. April 2013 kamen beim Einsturz des Rana Plaza-Fabrikgebäudes in Bangladesch weit über tausend Arbeiterinnen und Arbeiter ums Leben, hunderte wurden verletzt und werden zum Teil ihr Leben lang an den Folgen leiden. Auch zwei Jahre nach der schrecklichen Katastrophe ist die Entschädigung der Opfer und ihrer Familien nicht abgeschlossen. Es sind also noch Anstrengungen erforderlich – auch von Seiten deutscher Unternehmen.

„Wir fordern die, die bislang die Zahlungen verweigert haben, auf, sich jetzt unverzüglich ihrer Verantwortung zu stellen und ihren Beitrag zu leisten. Es ist beschämend und ein Armutszeugnis für die beteiligten Unternehmen, dass der im Januar 2014 von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und anderen eigens eingerichtete Entschädigungsfonds, aus dem heraus Opfer und Angehörige notwendige Hilfeleistungen erhalten sollten, noch immer nicht mit den erforderlichen Mitteln ausgestattet worden ist. Bis Ende 2014 wurden nach Angaben des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung insgesamt lediglich rund 20 Millionen US-Dollar in den Fonds eingezahlt. Dem steht ein Mittelbedarf in Höhe von mindestens 30 Millionen US-Dollar gegenüber, um die Betroffenen zumindest halbwegs angemessen entschädigen zu können.

Auch deutsche Unternehmen stehen in der Verantwortung. Daher ist es völlig inakzeptabel, dass bislang lediglich zwei von fünf deutschen Firmen, die in Rana Plaza haben produzieren lassen, in den Fonds eingezahlt haben. Die Opfer des Unglücks und ihre Familien haben ein Recht auf Entschädigung und wir werden sie weiterhin darin unterstützen, dass sie dieses Recht auch durchsetzen.

Die Opfer dürfen ebenso wenig in Vergessenheit geraten, wie die menschenverachtenden Umstände, unter denen sie gelebt haben und gestorben sind. Darum setzen wir uns dafür ein, weltweit die Arbeitsbedingungen menschenwürdig und sicher zu gestalten. Rana Plaza darf sich niemals wiederholen.“