Anlässlich der Debatte zum Antrag der Fraktionen von SPD und Grünen „Wildtierhandel und -haltung in Deutschland einschränken und so den Tier- und Artenschutz stärken“ erklärt der Tierschutzbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion Heinz Paula und der umweltpolitsche Sprecher Matthias Miersch:

Unsere Forderungen für den Wildtier- und Artenschutz werden verschleppt. Eine neue rot-grüne Regierungskoalition bekommt so einen weiteren Auftrag. Schwarz-Gelb macht beim Artenschutz einen Rückzieher – wohl aus Wahlkampfkalkül.

Obwohl der Antrag in sachlicher Zusammenarbeit aller Fraktionen und unter Berücksichtigung aller betroffenen Fachverbände entstanden ist. Auf der Strecke bleiben dabei wie so oft die Tiere und gefährdeten Arten. CDU/CSU und FDP sind damit an den eigenen Betonköpfen gescheitert.

Unsere zentrale Forderung ist die Stärkung des Arten- und Tierschutzes. Wir wollen die Arten in den Herkunftsländern stärker schützen und die Zucht- und Schutzbemühungen der Mitglieder der Fachverbände stärken.

Gemeinsam wollen wir den Import von Wildfängen nach Europa und Deutschland einschränken, die gefährlich oder Überträger von gefährlichen Krankheitserregern sind. Der Import von Naturentnahmen beziehungsweise im Herkunftsland geschützten Wildfängen muss für den kommerziellen Lebendtierhandel in die Europäische Union verboten werden. Auch müssen endlich falsch deklarierte Wildfänge kritisch geprüft und strenger kontrolliert werden. Wir wollen den Handel mit und die Haltung von Tieren, insbesondere auch von Wildtieren und exotischen Tieren bundeseinheitlich regeln. Die Arten in den Herkunftsländern müssen stärker geschützt werden.

Auch angesichts der hiesigen Tierschutzprobleme auf Tierbörsen brauchen wir endlich verbindliche Regeln. Kommerzielle Tierbörsen müssen endlich geschlossen werden, um seriöse Hobby-Tierzüchter zu stärken.

Jährlich werden zwischen 440.000 und 840.000 lebende Reptilien sowie bis zu 380.000 Süßwasserfische nach Deutschland eingeführt. Die Dunkelziffer durch Schmuggel dürfte um einiges höher sein. Viele Tiere sterben bereits auf dem Transportweg.