Anlässlich des geglückten Raketentests der Nordkoreaner erklärt der stellvertretende außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Johannes Pflug:

Mit dem stattgefundenen Raketentest besteht Anlass zur Sorge, dass die Hardliner in Nordkorea sich durchsetzen konnten und das Kernwaffenpotential weiter ausgebaut wird. Als Hauptinitiator für diese neuesten Drohgebärden dürfte in erster Linie das Militär verantwortlich sein. Mit dem erneuten Test hat Kim Jong Un seinen Machtanspruch im Land vorerst gefestigt.

Aufgrund der Blamage des missglückten Tests im April 2012, die  unbedingt korrigiert werden sollte, war dieser Raketentest keine wirkliche Überraschung. Der Test fällt nicht zufällig mit den Gedenkfeiern anlässlich des Todestags des letzten Führers Kim Jong Il am 17. Dezember und den Präsidentschaftswahlen im benachbarten Südkorea am 19. Dezember zusammen. Zwar behauptet Nordkorea, lediglich einen Satelliten in die Erdumlaufbahn schicken zu wollen, der eigentliche Grund dürfte jedoch ein Test der neuen Langstreckenrakete Unha-3 sein – dies ist ein klarer Verstoß gegen die bestehenden UN-Sicherheitsresolutionen.

Es ist zu vermuten, dass die Nordkoreaner nach dieser Demonstration wieder Verhandlungsbereitschaft signalisieren werden – sowohl mit den USA als auch mit den Nachbarstaaten. Dabei wollen die Hardliner Zeit gewinnen und die Realisten ihr nukleares Potential so teuer wie möglich verkaufen.