Ursula Schulte, ernährungspolitische Sprecherin:

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Lebensmittelverschwendung in Deutschland bis zum Jahr 2030 auf sechs Millionen Tonnen zu halbieren. Die SPD-Fraktion fordert mehr Tempo bei der Umsetzung der im Februar beschlossenen Strategie und weitere Maßnahmen zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung.

„Jedes Jahr landet in Deutschland Essen im Umfang von mindestens zwölf Millionen Tonnen im Müll. Dafür tragen alle Bereiche Verantwortung, von der Produktion über Verarbeitung, Handel und Außer-Haus-Verpflegung bis zu den privaten Haushalten. Die Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung ist ein erster Schritt, um das Problem in den Griff zu bekommen. Jedoch hapert es an der Umsetzung. Neben dem Nationalen Dialogforum ist bislang erst eines der fünf vorgesehenen Fachforen für die verschiedenen Sektoren an den Start gegangen. Hier brauchen wir deutlich mehr Tempo.

Einen wesentlichen Beitrag zur Lebensmittelrettung leisten zivilgesellschaftliche Initiativen wie die Tafeln. Dass Ministerin Klöckner 1,5 Millionen Euro Fördermittel für den Aufbau einer digitalen Plattform zur effektiveren Verteilung gespendeter Lebensmittel bereitstellt, ist gut. Wenn die Menge der geretteten Lebensmittel dadurch, wie angekündigt, um 40 Prozent gesteigert werden soll, reicht diese Art der Projektförderung aber nicht aus. Stattdessen braucht es mehr staatliche Unterstützung für die Grundfinanzierung der Tafelarbeit, denn Transport, Lagerung und Kühlung der gespendeten Lebensmittel sind nicht umsonst zu haben.

Besser als lediglich freiwillige Vereinbarungen mit der Wirtschaft, wie in der Nationalen Strategie vorgesehen, wäre die Einführung einer Spendenverpflichtung für Supermärkte und andere große Lebensmittelunternehmen. Nur mit Freiwilligkeit werden wir das Halbierungsziel bis 2030 nicht erreichen.“