Sabine Poschmann, stellvertretende wirtschaftspolitische Sprecherin:

Der gesellschaftliche Nutzen steht bei Sozialunternehmen im Vordergrund. Mit sozialen Innovationen lassen sich ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen lösen. Auch für Anleger, die bewusst nach einem Investment „mit Mehrwert“ suchen, sind soziale Innovationen und Unternehmen interessant. Die Bundesregierung sollte diesen unternehmerischen Ansatz entschlossener fördern.

„Soziale Innovationen stellen den Nutzen für den Menschen in den Mittelpunkt. Wikipedia, Mehrgenerationenhäusern, Bürgerbussen, Gemeinschaftsgärten oder Bürgerenergiegenossenschaften sind Beispiele für soziale Innovationen. Derzeit gibt es ein unüberschaubares Förderangebot verschiedener Ministerien, die soziale Innovationen und daran beteiligte Akteure unterstützen. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert daher ein Gesamtkonzept und ein koordinierendes Ressort auf Bundesebene. Von dem Konzept sollen alle Akteure profitieren, die in dem Ökosystem der sozialen Innovationen aktiv sind. Zudem ist eine einheitliche Definition nötig, damit das Thema auch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann. Das unterstreichen wir in Kürze mit einer parlamentarischen Initiative.

Wichtig ist zudem eine stärkere Förderung von Sozialunternehmen, die an sozialen Innovationen arbeiten. Für sie sind zielgruppenspezifische Förderprogramme notwendig. Der gesellschaftliche Mehrwert wird bislang nur unzureichend bei den Auswahlprozessen bestehender Förderprogramme berücksichtigt. Viele europäische Nachbarländer gehen hier bereits mit gutem Beispiel voran. So haben etwa Dänemark und Frankreich teilweise neue Finanzierungs- aber auch Unternehmensformen geschaffen. Damit erhalten die Bürgerinnen und Bürger im Ergebnis mehr Raum, um Lösungen für gesellschaftliche und ökologische Probleme zu erarbeiten. Wir sollten diesem Beispiel folgen und die Potenziale sozialer Innovationen stärker nutzen, um aktuelle und zukünftige Herausforderungen zu meistern.“