Nur wenn gezielt Frauen gestärkt werden, kann das rasante Bevölkerungswachstum in Entwicklungsländern gedrosselt werden. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert die Bundesregierung auf, zusätzliche Mittel für Familienplanung und Frauenförderung in den Haushalt 2012 einzustellen, sagt Karin Roth.
Die Verlangsamung des Bevölkerungswachstums ist heute wichtiger denn je: das Bevölkerungswachstum gefährdet die Armutsbekämpfung, den Klima- und Ressourcenschutz sowie die Entwicklung der ärmsten Länder. Um das Bevölkerungswachstum zu verlangsamen spielen Familienplanung und Frauenförderung zentrale Schlüsselrollen. Nur wenn gezielt Frauen gestärkt werden - dazu gehört neben der Frauenförderung besonders der Zugang zu Familienplanung und Verhütungsmitteln, zu Aufklärung und Bildung - kann das rasante Bevölkerungswachstum in Entwicklungsländern gedrosselt werden.
Umso beschämender ist es, dass die Bundesregierung die Zielgröße "Gender" mit den Hauptinhalten Frauenförderung und Gleichstellung der Geschlechter, aus dem Haushalt 2010 entfernte. Auch für den Haushalt 2012 ist dies nicht wieder aufgenommen. Die auf dem G8-Gipfel zugesagten 80 Millionen Euro jährlich für Mütter- und Kindergesundheit ändern nicht viel daran, dass die Bundesregierung ihre internationalen Zusagen nicht einhält.
Die SPD-Bundestagsfraktion fordert daher die Bundesregierung auf, zusätzliche Mittel für Familienplanung und Frauenförderung in den Haushalt 2012 einzustellen. Dazu gehört im internationalen Bereich, die Beiträge für den Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) um vier Millionen auf 16,2 Millionen Euro und für die Internationale Föderation für Familienplanung (IPPF) ebenfalls um vier Millionen auf 8,1 Millionen Euro zu erhöhen.
Am 31. Oktober erreicht die Weltbevölkerung mit sieben Milliarden Menschen einen neuen Höchststand. Diese Zahl ist dramatisch. Und ein Ende des Wachstums ist noch lange nicht in Sicht: Jede Sekunde kommen fast drei Menschen hinzu - das sind etwa 80 Millionen Menschen - einmal Deutschland - im Jahr. Bis zum Jahr 2050 werden voraussichtlich 9,1 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Das Bevölkerungswachstum findet fast ausschließlich in den Entwicklungsländern statt. Deshalb sind Strategien zur Reduzierung des Bevölkerungswachstums Teil einer nachhaltigen Entwicklungspolitik.